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Medizin

Yoga entspannt Brustkrebspatientinnen

Dienstag, 6. Juni 2006

Houston/Texas - Mit Atem- und Bewegungsübungen des traditionellen indischen Yoga bereitete sich eine Gruppe von Brustkrebspatientinnen an einer renommierten US-Krebsklinik auf die Strahlentherapie vor. Nach den jetzt vorgestellten Ergebnissen besserte die fernöstliche Meditation die Lebensqualität der Patientinnen, konnten sie aber nicht von den mit der Erkrankung verbundenen Sorgen und Ängsten befreien.

„Swami Vivekananda Yoga Anusandhana Samsthana“ nennt sich eine Variante des Yoga, die vom größten indischen Yoga-Forschungsinstitut in Bangalore/Indien propagiert wird. Die vielfältigen Haltungen erfordern gewiss einige Übung, weshalb für die Brustkrebspatientinnen am M. D. Anderson Cancer Center in Houston, einem der führenden Krebsforschungszentren der USA, gleich darauf verzichtet wurde. Hier kam eine spezielle Yoga-Variante zum Einsatz, die sich auf die Atem- und Entspannungsübungen konzentrierte und keine komplizierten Bewegungen erforderte.

Eine Gruppe von 69 Patientinnen traf sich zweimal wöchentlich anlässlich der Bestrahlungstermine, um die Übungen zu praktizieren. Es handelte sich um im Durchschnitt 52 Jahre alte Frauen, deren Tumor bei 48 Prozent brusterhaltend operiert werden konnte. 75 Prozent der Frauen hatten bereits eine Chemotherapie erhalten. Eine Vergleichsgruppe von 61 Patientinnen wurde auf einen Termin nach dem Ende der Radiotherapie vertröstet. Dass dieses Design einen Placebo-Effekt ausschließt, ist kaum zu erwarten.

Den Teilnehmerinnen der Studie, über die Lorenzo Cohen vom M.D. Anderson jetzt auf dem Krebskongress der American Society of Oncology (ASCO) berichte, dürfte dies jedoch nicht wichtig gewesen sein. Sie fanden die Übungen überwiegend gut, was sich wissenschaftlich in einer Besserung der Funktions-Scores im Fragebogen SF-36 niederschlug. SF-36 ist der am weitesten verbreitete Maßstab zur Bestimmung der Lebensqualität. Schon nach der ersten Woche berichteten die Frauen eine signifikante Besserung ihrer Gesundheit.

Am Ende hatte Yoga die Ergebnisse im Score zu den körperlichen Funktionen signifikant von 68,8 auf 81,1 Punkte (jeweils im Vergleich zur Kontrollgruppe) gesteigert. Auch die allgemeine Gesundheit war signifikant besser (78,3 versus 67,9 Punkte) und tendenziell traf dies auch auf die soziale Funktion zu (85,3 vs. 76,0). Die Patienten litten seltener unter Schlafstörungen, die ihre Funktion am nächsten Tag einschränkte, und sie klagten weniger über Abgeschlagenheit (Fatigue). Nur in den Subskalen zur Depression (CES-D) und zur Ängstlichkeit hatten die Yoga-Übungen nicht genutzt. Die Studie war mit 2,4 Millionen US-Dollar vom US-National Cancer Institute gefördert worden, das auch schon einer Nachfolgestudie zugestimmt haben soll. Dieses Mal müssen sich die indischen Yoga-Übungen mit einer „aktiven“ Vergleichsgruppe messen, in der ergotherapeutische Dehnungsübungen angeboten werden. Auf diese Weise wollen die westlichen Schulmediziner dann dem Geheimnis der östlichen Meditation auf den Grund gehen. /rme

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