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Medizin

Warum Tonsillektomie eine Streptokokken induzierte Psoriasis positiv beeinflussen kann

Montag, 24. Juli 2006

München – Den Zusammenhang zwischen Streptokokkenangina und Psoriasis hat eine Arbeitsgruppe um Jörg Prinz an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie des Klinikums der Universität München näher charakterisiert. Die Arbeitsgruppe wird ihre Forschungen bei der Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie in München vom 23. bis 28. Juli 2006 vorstellen. Die Arbeit erhält dort den so genannten Serono-Forschungspreis in Höhe von 10.000 Euro. Die Gruppe hat ihre Ergebnisse außerdem im Journal of Immunology publiziert (2006; 176: 7104-7111).

Bei der Psoriasis induzieren und unterhalten chronische Streptokokkenanginen eine besonders entzündliche, exanthematische Verlaufsform. Psoriasis vulgaris wird heute als T-Zell-vermittelte Autoimmunerkrankung angesehen. Hierbei kommt es zu einer klonalen Expansion der krankheitsvermittelnden T-Zellen in der Haut der Patienten. Diese T-Zellen können durch ein bestimmtes Molekül, den T -Zell-Rezeptor, identifiziert werden, der letztendlich die Spezifität der T-Zellen vermittelt.

Durch molekularbiologische Untersuchungen konnten die Wissenschaftler die krankheitsvermittelnden T-Zellen nun gleichzeitig in den Hautveränderungen und in den Tonsillen von Patienten nachweisen, die wegen einer Streptokokken-induzierten Psoriasis tonsillektomiert worden waren. Dabei ließen sich die Krankheitsvermittelnden T-Zellen in der Fraktion der Tonsillen-T-Zellen nachweisen, die durch ein bestimmtes Molekül, das cutaneous lymphocyte-associated antigen, gezielt in die Haut einwandern können. Da in allen drei untersuchten Fällen die Psoriasis abheilte, folgerten die Wissenschaftler, dass Streptokokkeninfektionen der Tonsille zu einer Aktivierung und Expansion der pathogenen T-Zellen führen, die dann speziell in das jeweilige Organ der Streptokokken-Nachkrankheit einwandern.

Die Elimination der Tonsillen unterbindet den Nachschub dieser krankheitsvermittelnden Zellen und kann so den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. „Diese Erkenntnis sollte die Therapie der Streptokokken-Nachkrankheiten entscheidend beeinflussen“, hieß es aus der Arbeitsgruppe.   /hil

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