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Medizin

Akupunktur unterstützt Arthritisbehandlung – Studie der Techniker Krankenkasse

Dienstag, 31. Oktober 2006

dpa

Berlin - Eine Akupunktur kann die Behandlung der Knie- und Hüftgelenksarthrose unterstützen. Am meisten profitierten in einer randomisierten kontrollierten Studie der Berliner Charité in Arthritis & Rheumatism (2006; 54: 3485-3493) jene Patienten, die von der Therapie so sehr überzeugt waren, dass sie eine Randomisierung ablehnten.

Die Studie, die Claudia Witt vom Institut für Sozialmedizin der Berliner Charité leitete, sollte den Gegebenheiten der hausärztlichen Praxis möglichst nahe kommen. Dazu gehörte, dass kein Patient gegen seinen Wunsch randomisiert wurde. Wer wollte, konnte auf jeden Fall eine Akupunkturbehandlung erhalten. Die Studie an Mitgliedern verschiedener Betriebskrankenkassen, darunter der Techniker Krankenkasse, Hamburg, zeigt deshalb zunächst einmal, wie populär die Akupunktur bei den Versicherten ist.

Von 4.185 Teilnehmern votierten 3.533 für die Akupunktur nach den Grundsätzen der traditionellen chinesischen Medizin. Nur 632 Patienten ließen sich nach dem Los auf eine Akupunktur oder eine reine Beobachtungsphase aufteilen. Die reine Beobachtung bestand indes in der Fortsetzung der bisherigen Therapie von Cox- und Gonarthrose, die auch den Akupunktur-Patienten weiter angeboten wurde. Es handelte sich also nicht um den Vergleich zwischen einer schulmedizinischen und einer alternativen Methode, sondern eher um einen komplementär-medizinischen Ansatz. 

Man wird den Patienten, die auf jeden Fall eine Akupunktur erhalten wollten, eine gewisse positive Grundeinstellung gegenüber dieser Therapie unterstellen dürfen. Dieser Glaube an eine mögliche Wirkung kann, wie die Studie zeigt, in der Arthrosebehandlung offenbar Berge versetzen. Endpunkt der Studie war der WOMAC (Western Ontario and McMaster Universities Osteoarthritis Index). Er misst Schmerzen, Beweglichkeit und Funktion von Gelenk und Sozialleben des Patienten.

Dieser WOMAC stieg bei den Patienten, die unbedingt die 15 Akupunktur-Sitzungen haben wollten, um 47,3 Punkte. Bei den Patienten, die nach der Randomisierung rein zufällig die Akupunktur erhielten und die diesem Verfahren anfangs wohl indifferent gegenüberstanden, kam es zu einer Verbesserung um „nur“ 17,6 Prozent. In der Kontrollgruppe kam es zu einem unwesentlichen Anstieg von 0,9 Punkten, also zu keiner Verbesserung. Ein weiterer Endpunkt war die Lebensqualität im Short Form 36-Fragebogen. Auch hier waren die Ergebnisse unter der gewünschten Akupunktur am besten.

Da die Studie nicht verblindet war, also in der Kontrollgruppe keine Scheinakupunktur durchgeführt wurde, sagen die Ergebnisse wenig über die „echte“ Wirksamkeit der Akupunktur aus. Wohl aber attestiert die Studie der Behandlung eine hohe Überzeugungskraft – offenbar auch auf Patienten, die ansonsten keine hohe Affinität zur fernöstlichen Kultur haben dürften. © rme/aerzteblatt.de

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