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Medizin

Schmerztherapie: FDA warnt vor Methadonüberdosierungen

Dienstag, 28. November 2006

Washington - Tödliche Methadonüberdosierungen veranlassen die FDA zu einer öffentlichen Warnmeldung (Public Health Advisory). Die US-Arzneimittelbehörde ermahnt die Ärzte, im Rahmen der Schmerztherapie daran zu denken, dass die schmerzlindernde Wirkung bei einigen Patienten nachlässt, lange bevor der Wirkstoff vom Körper abgebaut und ausgeschieden wurde.

Schmerztherapeuten schätzen Methadon als ein effektives Opioid, das auch bei neuropathischem Schmerzcharakter wirksam ist und bei Patienten mit Niereninsuffizienz (allerdings mit Dosisreduzierung) eingesetzt werden kann. Methadon hat jedoch ein „spezielles“ pharmakologisches Profil. Die schmerzlindernde Wirkung hält in der Regel nur 4 bis 8 Stunden an, während der Wirkstoff bei einigen Patienten deutlich länger im Körper verbleiben kann. Die Eliminationshalbwertzeit kann zwischen 8 und 59 Stunden schwanken. Dies führt offenbar zu Beginn einer Schmerztherapie mit Methadon oder beim Wechsel von anderen starken Schmerzmitteln auf Methadon häufig zu Missverständnissen mit potenziell fatalen Folgen. Überdosierungen von Methadon können nicht nur die für Opiate bekannte Atemdepression auslösen. Es kann auch zu ventrikulären Herzrhythmusstörungen kommen, zunächst zu einer QT-Verlängerung, dann zu Torsades de Pointes. 

Die FDA fordert die Ärzte deshalb zu besonderer Vorsicht auf, insbesondere bei Therapiebeginn oder bei einem Wechsel auf Methadon. Den Patienten, die die Medikamente selbsttätig einnehmen, sollte eingeschärft werden, dass sie sich unbedingt an die vorgegebenen Dosierungen halten, jegliche Co-Medikation dem Arzt mitteilen und vor allem auf die bekannten Warnzeichen einer Opiatüberdosierung achten müssen, also auf Atemstörungen, extreme Müdigkeit und Abgeschlagenheit sowie auf Seh-, Denk- und Gehstörungen. © rme/aerzteblatt.de

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