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Medizin

Das Adipositas-Paradox – Übergewichtige überleben akutes Herzversagen häufiger

Dienstag, 9. Januar 2007

Los Angeles - Während die Adipositas als Bestandteil des metabolischen Syndroms ein etablierter Risikofaktor für die Herzinsuffizienz ist, sieht die Situation nach einer Hospitalisation anders aus. Eine Auswertung eines großen Patientenregisters im American Heart Journal (2007; 153: 74-81) ergab, dass mit dem Körpergewicht die Überlebenschancen steigen.

Patientenregister, die in den letzten Jahren für verschiedene Krankheiten eingerichtet wurden, sind häufig für eine Überraschung gut. So konnten Gregg Fonarow und Mitarbeiter der Universität von Kalifornien nicht unbedingt erwarten, dass die Kliniksterblichkeit von Patienten, die wegen einer Herzinsuffizienz hospitalisiert wurden, mit dem Body-Mass-Index (BMI) korreliert.

Doch genau dies ergab die Analyse des Acute Decompensated Heart Failure National Registry (ADHERE), das mittlerweile die Daten von 108.927 hospitalisierten Patienten gespeichert hat. ADHERE dokumentiert unter anderem den BMI der Patienten und auch, ob die Patienten aus der Klinik entlassen werden konnten. Dies war desto häufiger der Fall, je gewichtiger die Patienten waren. Betrug die Kliniksterblichkeit im unteren Quartile des BMI (16,0-23,6 kg/m2) noch 6,3 Prozent, so sank sie in den weiteren BMI-Klassen linear ab auf 2,4 Prozent (bei einem BMI von 33,4-60 kg/m2) – ein deutlicher Unterschied, der auch nach Berücksichtigung anderer Risikofaktoren wie Alter, Geschlecht, Blutharnstoff, Blutdruck, Kreatinin, Natrium, Herzfrequenz und Ruhedyspnö nicht verschwand. Pro Anstieg des BMI um 5 Punkte steigt die Chance, die akute Exazerbation einer Herzinsuffizienz zu überleben, um 10 Prozent (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,88-0,93, p< 0,0001).

Fonarow spricht von einem “Adipositas-Paradox”. Es scheint, als hätten Übergewichtige aufgrund ihrer Energievorräte im Fettgewebe im Notfall mehr zuzusetzen als Normalgewichtige. Fonarow warnt jedoch vor Missverständnissen: Es sei immer noch günstiger als Normalgewichtiger gar nicht erst an einer Herzinsuffizienz zu erkranken, als diese als Übergewichtiger noch einmal zu überleben. © rme/aerzteblatt.de

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