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Medizin

Tai-Chi-Chih steigert Immunabwehr nach Varizellen-Impfung

Montag, 26. März 2007

Los Angeles - Tai-Chi-Chih, eine westliche Variante des chinesischen Schattenboxens, stimuliert das Immunsystem. In einer randomisierten kontrollierten Studie im Journal of the American Geriatrics Society (2007; doi:10.1111/j.1532-5415.2007.01109.x) verbesserten die meditativen Bewegungen deutlich die Wirkung eines Varizella-Impfstoffs.

Tai-Chi-Chih besteht aus einer standardisierten Abfolge von 20 langsamen Bewegungen. Sie kombinieren Entspannung und aerobische Übungen. Tai-Chi-Chih ist leicht zu erlernen und kann auch von älteren Menschen praktiziert werden.

In der Studie, über die Michael Irwin vom Semel Institute for Neuroscience an der Universität Los Angeles berichtet, belegten 56 gesunde Probanden im Alter von 59 bis 86 Jahren über 16 Wochen dreimal wöchentlich Tai-Chi-Chih-Kurse. Eine gleich große Kontrollgruppe erhielt zur gleichen Zeit eine allgemeine Gesundheitsberatung mit Tipps zum Stressabbau, gesunder Ernährung und erholsamen Schlafgewohnheiten. Danach wurden beide Gruppen mit einer Varizella-Vakzine geimpft, die Kinder von Windpocken schützt, bei älteren Menschen möglicherweise auch einem Herpes zoster vorbeugt.

Eine nach 25 Wochen durchgeführte Laboruntersuchung zeigte, dass Tai-Chi-Chih die Wirkung der Varizellen-Vakzine deutlich gesteigert hatte. Tai-Chi-Chih-Praktizierende hätten eine doppelt so hohe zell-mediierte Immunität gegen das Varizellen-Zoster-Virus entwickelt wie die Kontrollgruppe, berichtet Irwin. Tai-Chi-Chih wirkte sich außerdem positiv auf die körperliche Funktion aus, senkte körperliche Schmerzen und steigerte Vitalität und mentale Gesundheit, gemessen im Fragebogen SF-36.

In einer früheren kleineren Pilotstudie hatte Irwin zeigen können, dass sich Tai-Chi-Chih auch ohne Impfung positiv auf das Immunsystem auswirkt. Die Endpunkte beider Studien blieben allerdings etwas vage. Klinisch eindrucksvoller wäre etwa der Beweis, dass Tai-Chi-Chih langfristig Häufigkeit oder Schweregrad der Gürtelrose beeinflusst. Dies würde allerdings eine größere Anzahl von Teilnehmern und eine längere Nachbeobachtungszeit erfordern. © rme/aerzteblatt.de 

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