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Ausland

China will Organhandel verbieten

Dienstag, 10. April 2007

Peking - Nach internationalen Protesten wegen mutmaßlich fragwürdiger Praktiken will China den Handel mit menschlichen Organen verbieten. Die Regierung beschloss eine gesetzliche Neuregelung, die am 1. Mai in Kraft treten soll, wie die Nachrichtenagentur Xinhua in der Nacht zum Samstag berichtete. China wird seit langem vorgeworfen, mit Organen „unfreiwilliger Spender“ zu handeln. Sowohl Staat und Militär als auch Ärzte und Krankenhäuser stehen in der Kritik. Die chinesische Führung hatte die Anschuldigungen stets zurückgewiesen.

Die Neuregelung sei ein Meilenstein in der Geschichte der Organtransplantation, sagte Vize-Ge­sund­heits­mi­nis­ter Huang Jiefu. Künftig sollen Organtransplantationen auf freiwilligen Spenden beruhen, die Entnahme von Organen ohne den Willen des Verstorbenen werde strafbar. Organe von Minderjährigen dürften gar nicht mehr verwendet werden. Dem Ge­sund­heits­mi­nis­terium zufolge stammt heute schon die Mehrzahl der verpflanzten Organe von freiwilligen Spendern - seien es „normale“ Bürger oder Strafgefangene.

Menschenrechtsorganisationen werfen China immer wieder staatlich organisierten Handel mit geraubten Organen vor. Zum Tode verurteilten Häftlingen würden nach der Hinrichtung Organe entnommen, ohne dass dafür jemand eine Einwilligung gegeben habe. Politischen Gefangenen, vor allem Mitgliedern der in China verbotenen Falun-Gong-Bewegung, werden der in Frankfurt ansässigen Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte zufolge Organe bei lebendigem Leibe entnommen, bevor die Häftlinge dann umgebracht werden.

Krankenhäuser werden regelmäßig beschuldigt, heimlich die Organe von Unfallopfern und anderen Toten zu verwenden. Für sie sollen in Zukunft strenge Vorschriften für die Transplantation gelten. Ärzten, die sich am Organhandel beteiligen, drohen der Entzug ihrer Approbation sowie Geldstrafen. Krankenhäusern sollen in einem solchen Fall Transplantation für mindestens drei Jahre verboten werden. Für Mitarbeiter der Regierung, die des Organhandels überführt werden, sieht das Gesetz die Entlasssung vor.  

Menschliches Gewebe wie Zellen, Knochenmark oder die Hornhaut des Auges fallen nicht unter die Neuregelung. Ob der Handel mit ganzen Leichen dadurch verboten wird, war zunächst nicht klar. Auch darin besteht Vorwürfen zufolge für China ein lukratives Geschäft. Der umstrittene Leichenpräparator Gunther von Hagens war vor drei Jahren in die Schlagzeilen geraten, weil er für die Herstellung seiner Präparate, die er in „Körperwelten“-Ausstellungen zur Schau stellte, Leichen von in China hingerichteten Strafgefangenen verwendet haben soll. © afp/aerzteblatt.de

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