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Ausland

Erste Babyklappe in Japan in Betrieb genommen

Donnerstag, 10. Mai 2007

Tokio – Ungeachtet der Kritik durch die konservative Regierung ist in Japan am Donnerstag die erste Babyklappe des Landes in Betrieb genommen worden. Nach dem Vorbild der deutschen Babyklappen haben Mütter fortan die Möglichkeit, ihre unerwünschten Neugeborenen anonym abzugeben.

Die Babyklappe befindet sich am katholischen Krankenhaus Jikei in Kumamoto im Süden Japans. Wenn sie geöffnet wird, springt automatisch eine Überwachungskamera für das Baby an. Ein Alarmsystem sorgt zugleich dafür, dass innerhalb kürzester Zeit medizinisches Personal herangeholt wird, um das Baby herauszuholen. 

Das System, dessen Grundidee aus dem Mittelalter stammt, ist in Japan hoch umstritten. Die Befürworter meinen, dass durch die Möglichkeit der anonymen Abgabe die Zahl der Abtreibungen in dem unter Kindermangel leidenden Land begrenzt werde und mehr Adoptionen ermöglicht würden. Die Gegner, darunter Regierungschef Shinzo Abe, fürchten eine Ermutigung zum Abgeben von Kindern. „Eine Mutter darf ihr Kind nicht zurücklassen oder auf anonyme Weise abgeben“, sagte Abe am Donnerstag. „Ich möchte, dass Mütter mit Problemen zuerst um Hilfe bitten.“ 

In Japan hatte die Geburtenrate im Jahr 2005 einen historischen Tiefpunkt erreicht. Außereheliche Geburten sind in dem ostasiatischen Land noch immer verrufen. © afp/aerzteblatt.de

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