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Politik

Kirche kritisiert Gewebegesetz

Dienstag, 22. Mai 2007

Berlin - Vor der Verabschiedung des Gewebegesetzes durch den Bundestag hat die katholische Kirche deutliche Kritik geübt. Das Gesetz werde „durchgepeitscht“, ohne dass den Abgeordneten ausreichend Zeit zur Information bleibe, sagte der Leiter des Kommissariats der deutschen Bischöfe, Prälat Karl Jüsten, am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur in Berlin. Dabei weiche die große Koalition „schon wieder“ den Lebensschutz auf.

Das Gesetz regelt den Umgang mit menschlichen Zellen und Geweben und soll eine EU-Richtlinie aus dem Jahre 2004 umsetzen. Nach breiter Kritik bei einer Anhörung im März hatte die Koalition ihren Entwurf in den vergangenen Wochen überarbeitet. Der Gesundheitsausschuss soll den überarbeiteten Gesetzentwurf trotz mehr als 50 Änderungsanträgen bereits an diesem Mittwoch beschließen, für den späten Donnerstagabend ist die Verabschiedung im Bundestag geplant. Umstritten ist nach wie vor, ob und in welchem Maße eine Kommerzialisierung von Gewebe oder Organteilen droht.

Jüsten kritisierte vor allem die Einbeziehung von nichteinwilligungsfähigen Personen in das Gesetz als mögliche Knochenmarkspender. Damit verstärke sie den Eindruck, man könne nicht einwilligungsfähige Menschen bei Bedarf „benutzen“. Zugleich forderte der Prälat eine striktere gesetzliche Regelung für Knochenmarkspenden von Minderjährigen. Es müsse klar sein, dass angesichts drohender Interessenkonflikte eine Einschaltung der Familiengerichte auf jeden Fall erfolgen müsse. Weiter wandte sich Jüsten gegen eine drohende Kommerzialisierung von toten Föten oder Embryos nach Schwangerschaftsabbrüchen.

Auch von Ärzteseite gibt es Einwände gegenüber einer drohenden Kommerzialisierung. So hatte die Bundes­ärzte­kammer während des gesamten Gesetzgebungsverfahrens darauf gedrängt, Gewebespenden wie Organspenden zu behandeln. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt (SPD) hatte in der vorigen Woche beim Ärztetag Änderungen angekündigt und unter anderem den Vorrang von Organspenden vor Gewebespenden bekräftigt. © kna/aerzteblatt.de

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