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Ärzteschaft

Ärzteblatt-Wort­wechsel: Was junge Ärzte ins Ausland treibt

Mittwoch, 13. Juni 2007

Berlin - Die hierarchischen Strukturen in Krankenhaus und Selbstverwaltung, die ungenügenden Verdienstmöglichkeiten, eine unstrukturierte Weiterbildung und die Schwierigkeiten, Beruf und Familie zu vereinbaren, sind Hauptgründe dafür, dass junge Mediziner aus der Patientenversorgung aussteigen oder als Ärzte im Ausland arbeiten. Das betonten die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion in der Reihe „Ärzteblatt-Wortwechsel“ am 13. Juni in Berlin.

Wortwechsel-Diskussion in Berlin: Gehen Deutschland die Ärzte aus? /Lopta

Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Frank-Ulrich Montgomery, Vorsitzender des Marburger Bundes, Marion Kiechle-Bahat, Direktorin der Universitäts-Frauenklinik der Technischen Universität München, Maurice Dantes von der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) und Frank Rissel, Allgemeinmediziner in Schweden, diskutierten bei der Veranstaltung des Deutschen Ärzteblattes die Gründe für den zunehmenden Ärztemangel in Deutschland.

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Der klassische Arztberuf hat allerdings bei den jungen Medizinern noch nicht grundsätzlich an Attraktivität verloren: 90 Prozent der Medizinstudierenden wollen kurativ tätig werden. Gleichzeitig können sich allerdings knapp zwei Drittel der
Studierenden vorstellen, ins Ausland auszuwandern. Das ergab eine Umfrage des Deutschen Ärzteblattes Studieren.de und der bvmd im Vorfeld der Veranstaltung. Mehr als 1.600 Studierende nahmen von März bis Juni 2007 an der Internetbefragung teil. Grund für die hohe Bereitschaft auszuwandern sind laut Dantes die schlechten Arbeitsbedingungen im Krankenhaus und die als unzureichend empfundene Ausbildung.

„Schon heute ist der Bedarf an Hausärzten und bestimmten Facharztgruppen in einigen ländlichen Gebieten nicht mehr gedeckt“, warnte Köhler in der Diskussion. Die neuen Regelungen des Vertragsarztrechts-Änderungsgesetzes böten aber viele Möglichkeiten, den Beruf flexibler zu gestalten.

Montgomery wies daraufhin, dass die Ärzteschaft zwar daran mitwirken könne, Hierarchien abzubauen und die Weiterbildung zu verbessern. Viele der als belastend empfundenen Strukturen seien aber von den Klinikträgern initiiert und gewünscht. „Hier müssen wir mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft und anderen gemeinsam versuchen, die Arbeitssituation zu verbessern“, so der MB-Vorsitzende.
 
Die eigene Karriere möglichst genau zu planen, empfahl Kiechle-Bahat jungen Medizinern. Allerdings bieten laut Rissel Kliniken im Ausland hier häufig bessere Möglichkeiten: So sei es in Schweden selbstverständlich, dass jeder Weiterbildungsassistent einen persönlichen Mentor habe, mit dem er die Fortschritte seiner Weiterbildung besprechen könne. © hil/aerzteblatt.de

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