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Ausland

Europäische Wissenschaftler wollen Parkinsonforschung vorantreiben

Sonntag, 1. Juli 2007

Brüssel - Forscher bauen bei der Erforschung der genetischen Ursachen von Parkinson auch auf finanzielle Unterstützung durch die Europäische Union (EU). „Wir gehen derzeit davon aus, dass insgesamt 13 Gene an der Entstehung von Parkinson beteiligt sind“, sagte Professor Thomas Gasser vom Hertie-Insitut für klinische Hirnforschung (HIH) in Tübingen dem Deutschen Ärzteblatt anlässlich eines Round Table Gesprächs in Brüssel.

Ein erstes für die Entstehung von Parkinson verantwortliches Gen entdeckten Wissenschaftler bereits vor zehn Jahren. Ein Netzwerk mit Forschern aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden geht derzeit der Frage nach, welche Gene welchen Einfluss auf den Krankheitsverlauf nehmen. Ziel ist es, Ansätze für eine Therapie zu finden, die einsetzt, bevor es zu den für Parkinson typischen zellulären Veränderungen und den damit verbundenen Symptomen, wie Muskelzittern, Muskelstarre bis hin zur Bewegungslosigkeit kommt. Gängige Parkinsontherapien beschränken sich darauf, die Symptome zu lindern, so Gasser. Denn Parkinson werde in der Regel erst diagnostiziert, wenn bereits 70 Prozent der für die Dopaminproduktion zuständigen Gehirnzellen abgestorben seien. Eine Heilung ist dann nicht mehr möglich.

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Parkinsonforschung erleichtere es zudem, eine ausreichend große Zahl an Patienten für klinische Studien zusammenzubekommen, so Gasser. Die genetische Ursachenforschung und Entwicklung neuartiger Therapien könne jedoch nur zügig vorangehen, wenn dafür auch Gelder aus dem europäischen Forschungshaushalt fließen. Der Neurowissenschaftler hofft deshalb, dass die EU ab 2009 Mittel in Höhe von rund zehn Millionen Euro über einen Zeitraum von vier bis sechs Jahren für das europäische Forschernetzwerk bereitstellen wird. Bislang fördert die EU keine Projekte im Rahmen der Parkinsonforschung.  

Europaweit leiden schätzungsweise 500.000 bis 1,2 Millionen Menschen an der Schüttellähmung. Damit ist Parkinson nach Alzheimer die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung innerhalb der EU. Die Kosten für die Gesundheitssysteme beziffert das European Brain Council auf insgesamt rund 11 Milliarden Euro jährlich. © ps/aerzteblatt.de

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