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Medizin

Wie Tumorzellen sich ihren Weg durch das Gewebe bahnen

Montag, 9. Juli 2007

Würzburg – Wie Tumorzellen sich im Körper ausbreiten, haben Forscher aus Würzburg, von der Northwestern University Feinberg Medical School in Chicago und der University of British Columbia, Vancouver, erstmals an einem dreidimensionalen Modell gezeigt. Die Ergebnisse erschienen in der Online-Ausgabe der Zeitschrift Nature Cell Biology (DOI: 10.1038/ncb1616).

Einzelne Tumorzelle (rot), die durch ein Kollagengewebe (schwarz, linkes Bild grau) wandert. Dort wo es zu eng wird, schneiden molekulare Helfer (Proteasen) den Weg frei. Gewebefasern, die sich gürtelartig um die Zelle legen, werden geschnitten (grüne Stellen) und weggedrückt.

Welche molekularen Helfer die Zelle hat, um sich im Gewebe fortzubewegen, ist seit längerem bekannt: Integrine, mit denen sich die Zelle am Gewebe festhält und Proteasen, die das Gewebe zerschneiden, sind die wichtigsten. Wie der gesamte Bewegungsablauf in einem echten drei-dimensionalen Gewebe abläuft, war nach Angaben der Arbeitsgruppe jedoch bislang unbekannt.

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„Wir konnten uns bisher zwar ungefähr vorstellen, wie sich die Tumorzellen im Gewebe bewegen. Um aber den genauen Bewegungsablauf zu verstehen, ist es unbedingt nötig, die Zellen in einem dreidimensionalen Gewebe zu beobachten“, sagte einer der Autoren der Studie, Peter Friedl, Forscher am Rudolf-Virchow-Zentrum/DFG-Forschungszentrum für Experimentelle Biomedizin in Würzburg. Die Arbeitsgruppe konnte jetzt in mehreren Filmen zeigen, wie sich die Tumoren ihren Weg durchs Gewebe bahnen. Für die Forschung liefern ihre Ergebnisse ein grundlegendes Verständnis für die Therapie von Tumorerkrankungen.

„In unseren Filmen ist ganz deutlich zu sehen, dass erst dort Gewebe zerschnitten wird, wo es für die Zelle zu eng wird. Danach wird ein Teil der losen Enden wieder zusammengeflickt, damit die hinteren auch noch Gewebe zum Abstützen haben“, berichtete Friedl. © hil/aerzteblatt.de

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