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Medizin

Zink als Ursache der altersbedingten Makuladegeneration?

Mittwoch, 29. August 2007

London – Ein internationales Forscherteam hat erhöhte Zinkkonzentrationen in Drusen und anderen Ablagerungen der Retina gefunden, die für die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) charakteristisch sind. Die Studie in Experimental Eye Research (2007: 84: 772-780) wirft die Frage auf, ob das Spurenelement, das bisher zur Prävention der AMD in der Diskussion war, in Wirklichkeit an seiner Pathogenese beteiligt sein könnte.

Da Zink in vielen Enzymen vorhanden ist, werden dem Spurenelement zahlreiche gesundheitsfördernde Eigenschaften nachgesagt. Zinkoxid war auch Bestandteil der antioxidativen Vitaminpräparate, die in der Age-Related Eye Disease Study (AREDS), der bisher größten Interventionsstudie zur Prävention der AMD, eingesetzt wurden. Diese Studie hatte zwar im Allgemeinen keine präventive Wirkung belegen können.
 

Bei Patienten mit ausgedehnten Drusen – weißlich-gelbe Ablagerungen in der Retina, die für die Frühform der AMD kennzeichnend sind – hatten die Präparate jedoch das Auftreten der Spätform hinauszögern können. Und dies war – wenn auch in etwas abgeschwächter Weise – ebenfalls mit einem Präparat gelungen, das nur Zink und Kupfer, aber keine antioxidativen Vitamine enthielt.

Vor diesem Hintergrund erstaunen die Ergebnisse einer internationalen Forschergruppe um Imre Lengyela vom University College London. Angeregt durch Untersuchungen, die bei Morbus Alzheimer und Morbus Parkinson erhöhte Zinkkonzentrationen in den für diese Krankheiten typischen Ablagerungen gefunden hatten, untersuchten die Pathologen die Zinkkonzentration in der Retina verstorbener AMD-Patienten.

Sie fanden nicht etwa einen Mangel, wie man aufgrund der AREDS-Studie erwarten könnte, sondern im Gegenteil deutlich erhöhte Konzentrationen in den Drusen. Das Spurenelement lag dabei überwiegend in einer bioverfügbaren Form (ionisch und/oder leicht proteingebunden) vor, was die Autoren vermuten lässt, dass die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln eine Rolle spielen könnte. Die Forscher befürchten, dass die subretinalen Zink-Ablagerung, die bei Patienten mit AMD besonders ausgeprägt waren, keine protektive Wirkung entfalten, sondern im Gegenteil an der Entwicklung und Progression der AMD beteiligt sein könnten. © rme/aerzteblatt.de

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