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Medizin

Plötzlicher Kindstod: Rauchen ist wichtigster Risikofaktor

Dienstag, 16. Oktober 2007

Bristol – Der Tabakkonsum der Eltern während der Schwangerschaft und danach ist zum wichtigsten Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod geworden. Nach einer Studie in Early Human Development (2007, doi: 10.1016/j. earlhumdev.2007.07.011) würde der völlige Verzicht auf das Rauchen 60 Prozent aller Todesfälle vermeiden.

Ärzte und Gesundheitsbehörden sind in Großbritannien sehr engagiert in ihrem Bemühen, das Sudden infant death syndrome (SIDS) zurückzudrängen. Die Öffentlichkeit ist gut über die Risikofaktoren informiert, was auch der Öffentlichkeitsarbeit der Foundation for the Study of Infant Deaths Research Unit zu verdanken ist. Den Informationskampagnen der Stiftung ist es zu verdanken, dass seit 2001 die Zahl der Todesfälle um ein Viertel gesunken ist. Die Briten kennen die wichtigsten Risikofaktoren (Bauchlage, überwärmte Schlafzimmer oder das Schlafen im Bett der Eltern, Rauchen) und meiden sie – bis auf einen.

Während der Anteil der Raucherinnen unter den Schwangeren in Großbritannien im Allgemeinen von 20 auf 15 Prozent gesunken ist, ist er bei den „SIDS-Müttern“ von 50 auf 80 Prozent gestiegen, beklagt Peter Fleming vom Institute of Child Life and Health an der Universität Bristol in seinem Beitrag. Rauchen der Mütter während der Schwangerschaft sei mittlerweile mit einem vierfach erhöhten SIDS-Risiko assoziiert, schreibt der britische SIDS-Experte.

Hinzu komme, dass die Frauen, die während der Schwangerschaft rauchen, es meisten auch danach nicht aufgeben. In der Folge sind die Kinder in der Wohnung dem Passivrauchen ausgesetzt. Fleming befürchtet, dass das jetzige Rauchverbot in Pubs die Situation noch verschärfen könnte, da die Eltern dann vermehrt zuhause rauchen würden. Wenn alle Eltern während und nach der Schwangerschaft das Rauchen aufgeben würden, könnte die Zahl der SIDS-Todesfälle von 300 auf 120 gesenkt werden, schreibt er. © rme/aerzteblatt.de

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