NewsVermischtesDeutsches Ärzteblatt widmet dem Thema „Armut und Gesundheit“ ein Schwerpunktheft
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Deutsches Ärzteblatt widmet dem Thema „Armut und Gesundheit“ ein Schwerpunktheft

Montag, 22. Oktober 2007

Köln – Die aktuelle Ausgabe des Deutschen Ärzteblatts (Heft 43) ist dem Schwerpunktthema „Armut und Gesundheit“ gewidmet. Die Redaktion schließt sich damit einer gemeinsamen Aktion von 230 internationalen medizinischen Fachzeitschriften an. Initiator des „Global Theme Issue on Poverty and Human Development“ ist das Council of Science Editors. Diese internationale Vereinigung von Wissenschaftsredakteuren organisiert bereits zum dritten Mal eine Themenausgabe, um einem weltweiten Problem die gebührende Aufmerksamkeit zu verschaffen. 1996 befassten sich 36 Fachzeitschriften mit der globalen Bedrohung durch Infektionen, 1997 widmeten sich 100 Zeitschriften dem Thema Altern.

In unserem Schwerpunktheft befassen sich drei wissenschaftliche Beiträge mit dem Wechselspiel zwischen Lebensbedingungen und Krankheit. Thomas Lampert und Bärbel-Maria Kurth belegen anhand der Daten des deutschen Kinder- und Jugendgesundheitssurveys die enge Assoziation von niedrigem sozialem Status mit Übergewicht und psychischen Auffälligkeiten.

Andreas Weber, Georg Hörmann und Walther Heipertz folgern aus Daten der vergangenen 20 Jahre, dass sich Arbeitslosigkeit negativ auf die psychosoziale Gesundheit auswirkt. Über mögliche somatische Negativeffekte lässt die Datenlage allerdings keine eindeutigen Aussagen zu. Oliver Razum und Jürgen Breckenkamp stellen die These auf, dass die hohe Kindersterblichkeit weltweit weniger auf geografisch-klimatisch bedingte Unterschiede, sondern vielmehr auf sozioökonomische und politisch bedingte Ungerechtigkeiten zurückzuführen ist.
 

Der politischen Dimension von „Armut und Gesundheit“ widmen sich fünf weitere Beiträge. Sunna Gieseke schildert die medizinische Versorgung wohnungsloser Menschen im Sankt Bonifaz Kloster in München (Spendenkonto: Abtei St. Bonifaz / OFW, Liga-Bank eG München, BLZ 750 903 00, Konto 22 14 300). Heike Korzilius berichtet über ein Projekt zur Gesund­heits­förder­ung in einer Obdachlosensiedlung in der Mainzer Zwerchallee (Spendenkonto: Armut und Gesundheit in Deutschland e.V., Mainzer Volksbank, BLZ: 551 900 00, Konto: 19 19 018).

Christiane Fischer von der BukoPhama Kampagne kritisiert in einem Kommentar am Beispiel von Aids-Medikamenten, dass Patente der Pharmafirmen in armen Ländern den Zugang der Patienten zu erschwinglichen Arzneimitteln behindern und falsche Forschungsanreize setzen (Spendenkonto: Gesundheit und Dritte Welt e.V., Sparkasse Bielefeld, BLZ 480 501 61, Konto 10 56 27).

Viviane Brunne vom Kompetenznetz HIV/AIDS rechnet vor, wie Aids die Weltwirtschaft schwächt. Vera Zylka-Menhorn stellt dar, dass bis 2020 rund 70 Prozent der Brustkrebsfälle in Entwicklungsländern auftreten werden.

Anzeige

© Bae/HK/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. Oktober 2018
Berlin – In Berlin haben rund 60.000 Menschen keinen oder nur einen unzureichenden Kran­ken­ver­siche­rungsschutz. Diese Zahl nannte Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) heute im Abgeordnetenhaus.
60.000 Berliner haben keinen vollen Kran­ken­ver­siche­rungsschutz
26. September 2018
Berlin – Einkommen, Bildungsstand und Beschäftigung beeinflussen in Deutschland das Krebsrisiko. Nach einer Studie in Frontiers in Oncology (2018; doi: 10.3389/fonc.2018.00402) kommt es in Regionen
Sozioökonomische Unterschiede: Wo Armut in Deutschland Krebs fördert
25. September 2018
Erfurt – Kindern in Armut fehlt es nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern nicht nur an Geld. Arme Kinder würden häufiger als Mädchen und Jungen aus gut situierten Elternhäusern darüber klagen, dass
Arme Kinder haben weniger Freunde
13. September 2018
Paris – Mit einem Acht-Milliarden-Euro-Plan will der französische Präsident Emmanuel Macron gegen Armut in seinem Land vorgehen. Damit trat der sozialliberale Staatschef heute auch dem Vorwurf der
Macron stellt Milliardenplan zum Kampf gegen Armut vor
28. August 2018
Berlin – Zwischen der Gesundheit von Kindern und ihren Elternhäusern gibt es einer neuen Untersuchung der DAK-Gesundheit zufolge in vielen Fällen einen engen Zusammenhang. In Familien mit einem
Kinder mit niedrigem sozioökonomischen Hintergrund sind häufiger krank
22. August 2018
Berlin – Etwa 4,4 Millionen Kinder in Deutschland sind nach Schätzungen des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) von Armut betroffen – rund 1,4 Millionen mehr als bisher angenommen. Dies sei ein
Kinderarmut höher als angenommen
20. August 2018
Berlin – Der Deutsche Behindertenrat hat einen grundlegend stärkeren Schutz von Menschen mit Beeinträchtigungen vor Altersarmut gefordert. Sie bekämen Abschläge bei Erwerbsminderungsrenten besonders
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER