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Politik

Zeitung: Koalitionsstreit über Heroinabgabe an Schwerkranke

Donnerstag, 8. November 2007

Frankfurt/Main – Der Streit über den Umgang mit Schwerstdrogenabhängigen in Deutschland droht in der großen Koalition Presseangaben zufolge erneut aufzubrechen. Nach einem Bericht der „Frankfurter Rundschau“ vom Donnerstag blockierten die Unions-Minister bei der Kabinettssitzung im Bundeskanzleramt am Mittwoch überraschend eine Stellungnahme der Bundesregierung zur Abgabe von Heroin an Schwerstabhängige.

Die Unions-Länder Hamburg, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen fordern diese Heroinabgabe. Der Bundesrat hatte dieser im September mit großer Mehrheit zugestimmt. Nach langjährigen erfolgreichen Modellversuchen sollen Schwerstdrogenabhängige unter strengen Auflagen und ärztlicher Kontrolle das synthetische Heroin Diamorphin erhalten.

Die Unions-Kabinettsmitglieder regten jetzt nach Informationen der Zeitung eine neuerliche Prüfung der Modellprojekte an. Das wiederum habe die Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin aufgebracht, weil die entsprechenden Projekte seit Jahren nicht nur wissenschaftlich eng begleitet würden, sondern längst ausgiebig geprüft und für wirksam befunden worden seien.

Dem Bericht zufolge einigte sich das Kabinett zunächst darauf, beim Bundesrat drei Wochen mehr Bedenkzeit für die Stellungnahme zu beantragen. © ddp/aerzteblatt.de

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