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Medizin

Verursacht ein Mycobakterium Morbus Crohn?

Freitag, 14. Dezember 2007

Liverpool – Mycobacterium paratuberculosis (M. paratuberculosis) verursacht möglicherweise Morbus Crohn. Dies hat ein Forscherteam der University of Liverpool herausgefunden (Gastroenterology 2007; 133:1487-1498).

In Großbritannien leidet etwa einer von 800 Menschen an der chronisch entzündlichen Darm­er­krank­ung Morbus Crohn. Schmerzen, Blutungen und Durchfälle sind typische Symptome. M. paratuberculosis ist als Erreger der sogenannten Johneschen Krankheit bei Rindern bekannt. Diese führt vor allem zu Durchfällen. Der Mensch nimmt ihn wahrscheinlich über Milch und andere Nahrungsmittel auf. Die Auswirkungen von M. paratuberculosis auf entzündliche Vorgänge beim Menschen waren bisher unklar.

Die Wissenschaftler aus Liverpool stellten nun einen Zusammenhang zwischen Morbus Crohn und M. paratuberculosis fest. Sie fanden heraus, dass das Bakterium ein Molekül freisetzt, das weiße Blutzellen daran hindert, im Körper befindliche Escherichia coli-Bakterien zu vernichten. Diese finden sich gehäuft in von Morbus Crohn geschädigtem Gewebe.

„Mycobacterium paratuberculosis wurde in Gewebe gefunden, das von Morbus Crohn befallen war. Es gab jedoch bisher viele Widersprüche über die Rolle, die es dort spielt“, fasst Jon Rhodes von der School of Clinical Sciences der University of Liverpool zusammen: „Wir konnten nun zeigen, dass das Bakterium Mannose freisetzt. Dieser Zucker hindert Makrophagen daran, aufgenommene Coli-Bakterien zu töten.“

Zudem fanden die Forscher heraus, dass M. paratuberculosis als Trigger auf das Antikörperprotein ASCA wirkt. Dieses findet sich bei zwei Dritteln aller Crohnpatienten. „Dies legt nahe, dass diese Patienten ebenfalls von M. paratuberculosis befallen sind“, mutmaßt Rhodes. © hil/aerzteblatt.de

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