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Vermischtes

Expertengremium: Zusammenhang von Kinderkrebs und Strahlung von Atomkraftwerken denkbar

Mittwoch, 19. Dezember 2007

Berlin – Für nicht ausgeschlossen halten Mitglieder des Expertengremiums der KiKK-Studie („Epidemiologische Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken“) einen Zusammenhang zwischen den erhöhten Raten von Krebserkrankungen bei Kindern unter fünf Jahren und der vom Atomkraftwerk abgegebenen Strahlung. Die Leitung der Untersuchung am Deutschen Kinderkrebsregister in Mainz verneint dagegen einen ursächlichen Zusammenhang. 

„Die Studie ist groß angelegt und sehr präzise durchgeführt. Viele andere Faktoren, die zur Entstehung von Leukämien beitragen können, konnten ausgeschlossen werden“, sagte Wolfgang Hoffmann, Universität Greifswald. Von „Schönrechnerei“ spricht auch Eberhard Greiser, Universität Bremen. Er wies bei einer Veranstaltung der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW am Donnerstag in Berlin auf eine deutlich erhöhte Kinderkrebsrate im Umkreis von 50 km um Atomkraftwerke hin. Es sei unseriös, wenn Studienleiterin Maria Blettner nur auf eine kleine Zahl von Fällen in der 5-km-Zone abhebe.

„Wenn man schon von Zahlen spricht, dann haben wir es im gesamten Studiengebiet nicht mit 29, sondern mit 121 bis 275 zusätzlichen Krebsfällen zu tun. Das sind acht bis 18 Prozent aller Krebserkrankungen bei Kindern bis zu fünf Jahren im Studiengebiet“, sagte Greiser. Kritisch betrachtet auch der Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz, Sebastian Pflugbeil, die Interpretation der Studie durch das Kinderkrebsregister. „Wenn man davon ausgeht, dass die radioaktive Belastung ebenso mit der Entfernung abnimmt wie das beobachtete Risiko, dann liegt der Schluss nahe, dass die Ursache der erhöhten Krebsraten in den radioaktiven Emissionen aus den Atomkraftwerken zu suchen ist.“

Die IPPNW-Vorsitzende Angelika Claußen forderte, Konsequenzen zu ziehen und den europa- und verfassungsrechtlich gebotenen Grundsatz der Risikovorsorge umzusetzen. Sie fragte: „Wenn bei einem Medikament so viele Nebenwirkungen bekannt würden, dann würde dieses Medikament umgehend aus dem Handel genommen. Warum gilt dies nicht für den Betrieb der Atomkraftwerke?“ © ER/aerzteblatt.de

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