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Medizin

Studie: Digitale Mammografie nicht kosteneffektiv

Donnerstag, 3. Januar 2008

dpa

Lebanon – Der generelle Einsatz der digitalen statt der konventionellen Mammografie ist nach Einschätzung einer amerikanischen Forschergruppe nicht kosteneffektiv. Nach ihren in den Annals of Internal Medicine (2008: 148: 1-10) vorgestellten Berechnungen wäre ein Einsatz nur bei jüngeren (prämenopausalen) Frauen und eventuell bei röntgen-dichter Brust wirtschaftlich vertretbar.

Die Berechnungen von Anna Tosteson von der Dartmouth Medical School in Lebanon/New Hampshire und Mitarbeitern beruhen auf den im September 2005 vorgestellten Ergebnissen des Digital Mammography Imaging Screening Trial (DMIST), an dem sich 49.528 Frauen in den USA und Kanada beteiligt hatten (NEJM 2005; 353: 1773-1783).

Die Autoren waren damals in dem direkten Vergleich der beiden Methoden zu dem Ergebnis gekommen, dass die digitale Mammografie kam Vorteile gegenüber der Röntgenmammografie bietet – mit zwei Ausnahmen: Bei Frauen unter 50 Jahren (bei denen die Mammografie aber nicht generell empfohlen wird) sowie bei Frauen mit einer dichten Zeichnung der Brust im Röntgenfilm (was die Erkennung der Tumoren erschwert) erhöhte die digitale Mammografie die diagnostische Treffsicherheit.

Die jetzt publizierten Ergebnisse einer Kostensimulation am Computer unterstreichen diese Befunde noch einmal. Pro Jahr Lebensgewinn in guter Gesundheit (quality-adjusted life-year oder QALY) müssten – vor dem Hintergrund des US-Gesundheitswesens versteht sich – 331.000 US-Dollar ausgegeben werden, was weit über der von Gesundheitsökonomen genannten Grenze von 50.000 US-Dollar liegt.

Im vertretbaren Rahmen wäre die digitale Mammografie jedoch bei Frauen unter 50 Jahren. Hier errechneten Tosteson eine QALY von 26.500 US-Dollar (95-Prozent-Konfidenzintervall 21.000-33.000 US-Dollar). Auch bei Frauen mit einer röntgen-dichten Brust wäre die Untersuchung unter Umständen vertretbar, auch wenn die QALY mit 84.500 US-Dollar (75.000-93.000) eigentlich schon über dem Limit liegt. Dies gilt insbesondere für Senioren, für die Medicare zwischen 97.000 und 257.000 US-Dollar pro QALY aufwenden müsste. © rme/aerzteblatt.de

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