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Ausland

Immer mehr Stresserkrankungen unter britischen Bankangestellten

Dienstag, 8. Januar 2008

London – Arbeitsmediziner und Psychiater im Londoner Finanzbezirk „City of London“ berichten seit einigen Monaten zusehends von überfüllten Wartezimmern und einem Anstieg der Überweisungen von Patienten mit stressbedingten Erkrankungen um zwischen 30 und 40 Prozent. Fachärzte sehen einen kausalen Zusammenhang zwischen den Turbulenzen im internationalen Bankwesen und den steigenden Erkrankungszahlen.

„Unsere Patientenzahlen sind binnen zwölf Monaten um zwischen 30 und 40 Prozent gestiegen“, so Mark Beadle, Hauptgeschäftsführer von „Capio Nightingale Hospitals“, einem privaten Anbieter psychiatrischer Versorgungsangebote in der Londoner City. „Unsicherheiten im internationalen Bankgeschäft und speziell der credit crunch in Amerika und dessen weltweite Auswirkungen haben dazu geführt, dass immer mehr Mitarbeiter im Bank- und Kreditwesen nervös geworden sind. Die berufliche Zukunft scheint unsicher und das führt unweigerlich zu stressbedingten Beschwerden.“ 

Andere Londoner Facharztpraxen berichten ähnliches. So kommen immer mehr hoch bezahlte City-Angestellte in die Sprechstunden, weil sie unter Schlafstörungen, Angstzuständen, Depressionen oder Suchterkrankungen leiden. 

Londoner Arbeitsmediziner sehen einen kausalen Zusammenhang zwischen den beruflichen Unsicherheiten und dem Griff zur Flasche oder zum Aufputschmittel. Wie die Londoner Zeitung „Financial Times“ berichtete, nehmen große Bank- und Brokerhäuser die arbeitsmedizinische und psychiatrische Versorgung ihrer Mitarbeiter inzwischen sehr ernst.

Fast alle großen Londoner Finanzhäuser bieten gestressten Mitarbeitern spezielle Programme an, um mit ihren psychischen Belastungen besser umzugehen. Außerdem hätten psychische beziehungsweise psychosomatische Leiden heute „deutlich an Stigma verloren“, so ein Sprecher der Londoner Fachklinik „The Priory“. © KT/aerzteblatt.de

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