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Medizin

In-vitro-Fertili­sation: Akupunktur erhöht Erfolgsrate (in China)

Freitag, 8. Februar 2008

Baltimore/Amsterdam – Eine Akupunktur könnte die Erfolgschancen einer In-vitro Fertilisisation (IVF) – ein wenig – erhöhen. Dies ergab eine Meta-Analyse im British Medical Journal (2008; doi:10.1136/bmj.39471.430451.BE).

Bei der IVF erfolgt die Befruchtung außerhalb des Körpers und die Repromediziner verfügen über eine Reihe von Möglichkeiten, einen „technischen“ Erfolg sicherzustellen. Nur begrenzten Einfluss haben sie darauf, ob das Ergebnis ihrer Bemühungen vom Körper der Frau „biologisch“ angenommen wird, sprich ob es zu einer erfolgreichen Implantation des Embryos in der Gebärmutter kommt, schreiben Eric Manheimer vom Center for Integrative Medicine an der Universität von Maryland in Baltimore. Die Schwangerschaftsraten liegen nur bei etwa 25 Prozent, sodass lediglich jeder vierte IVF-Zyklus erfolgreich ist, sofern nicht mehrere Embryonen implantiert werden.

Manheimer verweist jedoch darauf, dass die Akupunktur in China seit vielen Jahrhunderten zur Steigerung der weiblichen Fruchtbarkeit eingesetzt werde. Dies ist auch anderen Alternativmedizinern aufgefallen und in den letzten Jahren wurden sieben randomisierte kontrollierte Studie mit insgesamt 1.366 Frauen durchgeführt, deren Ergebnisse Manheimer in einer Meta-Analyse zusammenfasst. 

In den Studien wurden die Frauen innerhalb eines Tages nach dem Embryo-Transfer behandelt. In den Vergleichsgruppen wurde entweder eine Scheinakupunktur oder keine Akupunktur durchgeführt. Die Ergebnisse der Studie waren keineswegs einheitlich. In einer Studie kam es sogar tendenziell zu weniger Schwangerschaften unter der chinesischen Heilmethode. Doch insgesamt erhöhte die Akupunktur die Erfolgschancen um 65 Prozent (Odds Ratio 1,65; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,27-2,14).

Die Chancen auf eine Lebendgeburt stiegen sogar um 90 Prozent. Nach den Berechnungen der Forscher müssen zehn Frauen akupunktiert werden, um eine zusätzliche Schwangerschaft zu erzielen. Bei der Zahl der Lebensgeburten betrug diese Number Needed To Treat 9. Nach Einschätzung von Manheimer ist die Akupunktur durchaus einen Versuch wert und bei Kosten von 12.400 US-Dollar pro Zyklus wäre sie auch kosteneffektiv. 

Nach einer Subgruppen-Analyse verbessert die Akupunktur die Erfolgraten jedoch nur in Kliniken mit der geringsten Schwangerschaftsrate in den Kontrollgruppen. Diese Studien waren in China durchgeführt worden. In den Studien an europäischen Kliniken, wo die Erfolgsraten auch ohne Akupunktur hoch sind, konnte die chinesische Heilmethode die Schwangerschaftsrate nur nicht signifikant um 24 Prozent (Odds Ratio 1,24; 0,86-1,77) steigern. Der Grund hierfür ist unbekannt, wie überhaupt die Wirkung der Akupunktur in den Augen der westlichen Medizin allenfalls über einen Placeboeffekt zu erklären wäre. © rme/aerzteblatt.de

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