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Medizin

Blockade des Zell-Recycling macht Krebszellen anfälliger für eine Strahlentherapie

Mittwoch, 5. März 2008

Heidelberg – Eine Blockade des Selbstverzehrs von Krebszellen, der sogenannten Autophagie, macht diese anfälliger für eine Strahlentherapie. Das berichtet eine Arbeitsgruppe aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum in der Zeitschrift Cancer Research (2008; 68: 1485-1494).

Bei der Autophagie baut die Zelle ausrangierte Zellbestandteile ab und verwendet die Bausteine an anderer Stelle wieder. In stark beschädigten Zellen kann der Selbstverzehr auch eine Form des programmierten Zelltodes darstellen. Dann nutzt die Zelle den Mechanismus, um sich vollständig aufzulösen. Auch Krebszellen bedienen sich der Autophagie, besonders stark nach einer Bestrahlung oder Chemotherapie. Unklar ist jedoch, weshalb der Selbstverzehr in diesem Zusammenhang aktiviert wird. Möglicherweise trägt der Vorgang zum Absterben der behandelten Tumorzellen bei. Der Selbstverzehr könnte aber auch einen Versuch der Zellen darstellen, ihr Überleben zu retten.

Die Arbeitsgruppe um Ingrid Herr, Leiterin der Arbeitsgruppe Molekulare Onkochirurgie des Deutschen Krebsforschungszentrums, der Wissenschaftlerin Anja Apel und Wissenschaftlern der Universität Tübingen hat für ihre Studie in Tumorzellen eine Reihe von Genen ausgeschaltet, die für die Autophagie unverzichtbar sind. Anschließend bestrahlten sie die Zellen und ermittelten, wie viele der Zellen die Behandlung überlebten.

Sie stellten fest, dass Zellen, die zuvor nahezu strahlenresistent waren, durch die Blockade des Selbstverzehrs anfälliger für die Bestrahlung wurden. Krebszellen, die bereits vorher gut auf die Bestrahlung ansprachen, wurden nicht beeinflusst. Die Forscher gehen deshalb davon aus, dass die besonders aggressiven Krebszellen die Autophagie benutzen, um einer Tumortherapie widerstehen zu können. Die Forscher in Heidelberg wollen jetzt prüfen, ob eine Blockade des Recycling-Systems sich eignet, um Krebstherapien zu unterstützen. © hil/aerzteblatt.de

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