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Medizin

Tai Chi bessert metabolisches Syndrom und Typ-II-Diabetes-mellitus

Dienstag, 1. April 2008

Brisbane/Australien und Taipeh/Taiwan – Für Menschen mit Typ-II-Diabetes- mellitus, die sich für Jogging, Radfahren oder andere Sportarten nicht erwärmen können, könnte Tai Chi Chuan, das traditionelle chinesische Sch

attenboxen, eine Möglichkeit sein, ihren Blutzucker zu stabilisieren.

Die langsamen Bewegungsabläufe beim Tai Chi Chuan wirken für Außenstehende nicht unbedingt sportlich, sie fördern jedoch die Beweglichkeit und verbrauchen Kalorien, sodass Sportmediziner sie als mäßige sportliche Tätigkeit einstufen, welche Diabetologen allen Menschen mit Typ-II-Diabetes-mellitus (und jenen mit Prädiabetes) empfehlen. Zwei Studien im British Journal of Sports Medicine (Onlineausgaben) zeigen, dass die Sportart durchaus ein präventives Potenzial hat.

In einer Studie aus Taiwan wurden 30 Personen mit Typ-II-Diabetes-mellitus in 37 Übungen des Schattenboxens eingeführt. Nach dem 12-wöchigen Trainingsprogramm - drei Stunden pro Woche – hatte sich der Hämoglobinwert der Diabetiker von 7,59 Prozent auf 7,16 Prozent gebessert und damit der Grenze von sieben Prozent angenähert, die viele Diabetologen für ausreichend halten. Die Übungen verdoppelten außerdem die Konzentration von Interleukin-12, einem Zytokin der Immunabwehr, dem positive Eigenschaften zugeschrieben werden. Die Konzentration von Interleukin-4, das bei allergischen Reaktionen eine Rolle spielt, wurde hingegen gesenkt.

Dass Schattenboxen auch außerhalb Chinas eine Wirkung erzielt, zeigt eine Studie aus Brisbane in Australien. Die 13 Teilnehmer der Studie, Erwachsene mit metabolischem Syndrom, durchliefen ebenfalls ein zwölfwöchiges Trainingsprogramm, in dem sie entweder Tai Chi Chuan oder Qigong (eine verwandte chinesische Kampfkunst) erlernten. Auf dem Stundenplan standen dreimal die Woche bis zu 1,5 Stunden, was immerhin eine Abnahme des Körpergewichts um drei Kilogramm zur Folge hatte. Der Bauchumfang ging um drei Zentimeter zurück. Auch der Blutdruck wurde gesenkt und zwar (nach Angabe in der Pressemitteilung) stärker als von der Gewichtsreduktion her zu erwarten gewesen wäre.

Drei Teilnehmer erfüllten am Ende des Trainingsprogramms nicht mehr die Kriterien des metabolischen Syndroms. Alle gaben auch eine Verbesserung des Schlafes und weniger Heißhunger an. Die beiden Studien mögen nicht alle Anforderungen einer evidenzbasierten Medizin erfüllen. Aus diabetologischer Sicht ist es jedoch unwichtig, auf welche Weise die Patienten den Anforderungen mäßiger körperlicher Tätigkeit über 30 Minuten an fünf Tagen der Woche nach kommen. Die britische Diabetesstiftung Diabetes UK hält es nicht für ausgeschlossen, dass die entspannende Wirkung von Tai Chi Chuan oder Qigong einen zusätzlichen positiven Einfluss auf das Immunsystem hat. © rme/aerzteblatt.de

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