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Medizin

Hoher Blutdruck schützt vor Kopfschmerzen

Mittwoch, 16. April 2008

Trondheim – Teilnehmer einer Langzeitstudie aus Norwegen erkrankten seltener an Migräne oder anderen Kopfschmerzformen, wenn systolischer Blutdruck oder Pulsdruck erhöht waren. Die Schmerzforscher führen dies in Neurology (2008; 70: 1329-1336) auf eine hypertonieassoziierte Hypalgesie zurück.

Dass Hypertoniker häufig eine verminderte Schmerzempfindung haben, ist bereits in den 80er-Jahren beobachtet worden und durch tierexperimentelle Studien gut belegt. Diese hypertonie-assoziierte Hypalgesie soll über eine Stimulierung der Barorezeptoren im Karotissinus vermittelt werden. Dieser reguliert nicht nur den Blutdruck, sondern verfügt auch über Verbindungen zu Schmerzzentren im Gehirn, die offenbar die Schmerzempfindung dämpfen.

Dies könnte ältere Menschen vor Kopfschmerzen bewahren. Denn im Alter kommt es infolge der Atherosklerose häufig zu einer systolischen Hypertonie, gekennzeichnet durch kaum erhöhte diastolische Blutdruckwerte und einem damit erhöhten Pulsdruck (der Differenz der beiden Blutdruckwerte). 

Genau dies wurde in den beiden “Helseundersøkelsen i Nord-Trøndelag” oder HUNT-Studien beobachtet, an denen in den Jahren 1984 bis 1986 (HUNT-1) und 1995 bis 1997 (HUNT-2) mehr als 50.000 Erwachsene aus der norwegischen Region nördlich von Trondheim teilnahmen. Wie Erling Tronvik vom Norwegischen Nationalen Kopfschmerzzentrum in Trondheim und Mitarbeiter berichten, erkrankten Menschen mit systolischer Hypertonie zu 40 Prozent seltener an Kopfschmerzen oder Migräne. Für eine Erhöhung des Pulsdrucks auf über 55 mm Hg wurde sogar eine Reduktion der Kopfschmerz- oder Migränerate um 50 Prozent ermittelt.

Bei Patienten, die Antihypertensiva einnahmen, war die Assoziation weniger deutlich. Die Ergebnisse stehen laut Tronvik nicht im Widerspruch zur erwiesenen prophylaktischen Wirkung bestimmter Antihypertensiva etwa der Betablocker bei Migräne, da die Wirkung hier nicht über die Barorezeptoren vermittelt wird. © rme/aerzteblatt.de

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