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Politik

Streit über Besetzung des Deutschen Ethikrats

Montag, 21. April 2008

Bonn – Innerhalb des neuen Deutschen Ethikrats gibt es Streit über die Besetzung des Gremiums. Die Forderung des Vorsitzenden Edzard Schmidt-Jortzig (FDP), offizielle Kirchenvertreter sollten im Ethikrat nicht mitarbeiten, stieß auf heftigen Widerspruch seines Stellvertreters, des Freiburger katholischen Moraltheologen Eberhard Schockenhoff. Er sprach am Montag von einem „peinlichen Missgriff“ und „unkollegialem Stil“. Es handele sich um die Privatmeinung von Schmidt-Jortzig, die nicht repräsentativ für das Gremium sei.

Der Ethikrat-Vorsitzende hatte sich vorige Woche dagegen ausgesprochen, dass die Kirchen Bischöfe und damit Vertreter von Amts wegen in das Gremium entsenden. Etwas anderes sei die Einbeziehung des persönlichen Glaubenshintergrundes einzelner Mitglieder, sagte Schmidt-Jortzig und verwies auf das Beispiel des katholischen Theologen Schockenhoff.

Dieser erklärte seinerseits, es sei „nicht Aufgabe des Vorsitzenden, die Zusammensetzung des eben erst berufenen Ethikrats öffentlich infrage zu stellen“. Alle Mitglieder seien von Bundesregierung oder Bundestagsfraktionen als Einzelmitglieder berufen worden. Dabei hätten persönliches Profil, bisherige Tätigkeit, fachlicher Hintergrund oder Nähe zu bestimmten gesellschaftlichen Gruppen den Ausschlag gegeben.

Auch Schmidt-Jortzig sei von seiner Partei, der FDP, aufgrund seines früheren Amtes als Bundesjustizminister vorgeschlagen worden, so Schockenhoff. Er verlangte kollegiale Achtung und gegenseitigen Respekt, wie er trotz unüberbrückbarer Gegensätze im Verständnis von Menschenwürde und Lebensschutz auch im Vorgängergremium, dem Nationalen Ethikrat, vorgeherrscht habe.

Dem Rat gehören von kirchlicher Seite der Augsburger katholische Weihbischof Anton Losinger, der evangelische thüringische Landesbischof Christoph Kähler und der Präsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland, Hermann Barth, an. © kna/aerzteblatt.de

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