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EU: Grünen-Politikerin warnt vor Gesundheitsgefahren durch Pestizide

Donnerstag, 15. Mai 2008

Brüssel – Sollen gesundheitsgefährdende Pestizide grundsätzlich verboten werden oder nicht? Diese Frage spaltet derzeit den europäischen Gesetzgeber. Während sich das EU-Parlament (EP) bei der Revision der europäischen Zulassungsvorschriften für Pestizide mehrheitlich für ein umfassendes Verbot ausspricht, drängt die deutsche Bundesregierung im Rat darauf, Schädlingsbekämpfungsmittel, die Krebs erzeugen oder das menschliche Erbgut und die Reproduktionsfähigkeit (sogenannte CMR-Stoffe) beeinträchtigen können, weiterhin bis zu bestimmten Grenzwerten zuzulassen.

Die Grünen-Abgeordnete Hiltrud Breyer bezeichnete die deutsche Position als „verheerend“. „Die Festlegung eines Grenzwerts erzeugt Scheinsicherheit“, so die Europapolitikerin. Studien belegten, dass konventionell angebautes Gemüse oder Obst in der Regel Rückstände von mehreren Pestiziden aufweise. Dies stelle vor allem für Kinder eine unzumutbare Gesundheitsgefährdung dar, so Breyer.

Das EP habe sich deshalb im laufenden Gesetzgebungsverfahren dafür eingesetzt, neben CMR-Stoffen auch Schädlingsbekämpfungsmittel, die das Immun- oder Nervensystem schädigen können, die Zulassung zu verweigern. Die Europäische Kommission wolle jedoch vorschreiben, dass diese Stoffe lediglich durch andere ersetzt werden müssen, wenn sie über dem zulässigen Grenzwert liegen.

Breyer stützt sich bei ihrer Argumentation auf Untersuchungen von Philippe Grandjean vom Institut für Öffentliche Gesundheit in Süd-Dänemark. Grandjean zufolge können sich zahlreiche Pestizide schädlich auf die Entwicklung des kindlichen Gehirns auswirken. Dies könne bei den betroffenen Kindern zu sensorischen Störungen, einer verzögerten geistigen Entwicklung, Lernschwierigkeiten und Autismus führen, so der dänische Arzt.

Grandjean schätzt, dass über 1.000 Chemikalien das kindliche Gehirn schädigen können. Allerdings sei die neurotoxische Wirkung von Pestiziden bislang nur unzureichend untersucht. Dennoch hält es auch Grandjean für ratsam, den Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmittel im Interesse des vorbeugenden Gesundheitsschutzes zu verbieten. © ps/aerzteblatt.de

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