NewsMedizinGlutamat führt zum Hirnödem bei malignen Gliomen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Glutamat führt zum Hirnödem bei malignen Gliomen

Donnerstag, 15. Mai 2008

Erlangen/Nürnberg – Der Neurotransmitter Glutamat ist verantwortlich für die Entwicklung von Ödemen bei malignen Gliomen. Das berichtet eine Arbeitsgruppe um Ilker Eyüpoglu der Neurochirurgischen Klinik der Universität Erlangen-Nürnberg in der Zeitschrift Nature Medicine (doi:10.1038/nm1772).

Flüssigkeitsansammlungen in intaktem Körpergewebe, die von benachbarten, krankhaften Gewebeveränderungen verursacht sind, werden als perifokale Ödeme bezeichnet. Problematisch werden sie vor allem bei Hirntumoren. Dadurch kommt es unter anderem zu neurologischen Ausfällen.

Gliome geben nach Angaben der Gruppe große Mengen des Neurotransmitters Glutamat ab. Dies führt zum Untergang von Nervenzellen im umliegenden Hirngewebe und reduziert die Überlebenszeit und die Lebensqualität des Patienten deutlich. Außerdem sei das Hirnnödem bei auf die Dysbalance an übermäßigem Glutamat zurückzuführen.

Auf das Überleben des Patienten haben diese Untersuchungen zunächst keinen unmittelbaren Einfluss jedoch schaffen die Ergebnisse besseren Einblick in die Biologie dieses Tumors. „Bis heute haben die therapeutischen Konzepte der letzten 40 Jahre keine deutliche Verlängerung der Überlebenszeit oder gar Heilung gebracht.

Das neue molekulare Verständnis eröffnet jedoch prinzipiell in den nächsten Jahren eine neue und eventuell effektivere therapeutische Option“, erklärten die Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

27. Juni 2018
Durham – Eine gentechnisch hergestellte Kombination aus Polio- und Rhinovirus könnte das Leben von Patienten mit Glioblastom verlängern. Das zumindest stellen Forschern der Duke University in einer
Glioblastom-Therapie mit rekombinantem Polio-Virus noch nicht praxistauglich
18. Juni 2018
München – Zu häufig beziehen Ärzte primäre Lymphome des Zentralnervensystems (PZNSL) nicht in ihre Differenzialdiagnose bei Hirntumoren mit ein. Dabei weicht die Behandlung von anderen Hirntumoren ab.
Was Lymphome des Zentralnervensystems von anderen Hirntumoren unterscheidet
14. Juni 2018
Madrid – Silibinin reduziert bei Patienten mit Hirnmetastasen Läsionen ohne Nebenwirkungen in Kombination mit einer Standardbehandlung. Das zeigt eine kleine Studie mit 18 Patienten, die Forscher des
Silibinin - pflanzlicher Wirkstoff könnte gegen Hirntumore helfen
30. Mai 2018
Los Angeles – Ein dendritischer Impfstoff, der die Aufmerksamkeit des Immunsystems auf die Zellen eines Glioblastoms lenken soll, hat in einer Phase-3-Studie erstaunlich lange Überlebenszeiten
Impfstoff gegen Glioblastom könnte Überleben verlängern
6. April 2018
Boston – Die systematische Suche nach Medikamenten, die das Wachstum von Schwannomen hemmen, dem häufigsten gutartigen intrakraniellen Tumor, hat zu einem überraschenden Ergebnis geführt. Laut der
Schwannom: Abortivum Mifepriston könnte Tumore im Schädel stoppen
6. März 2018
Berlin – Die Debatte um Methadon in der Krebstherapie geht weiter. Auf dem Deutschen Krebskongress in Berlin stellten Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) Zellkulturexperimente vor,
Glioblastom: L-Methadon konnte Chemotherapie in Zellkultur kaum verstärken
9. Februar 2018
Berlin – Vor überzogenen Erwartungen bei der Behandlung von Glioblastompatienten mit Wechselstromhauben warnt die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN). Bei der Anwendung der Tumortherapiefelder

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER