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Medizin

Schlafapnoe beschädigt Gedächtniszentren im Gehirn

Donnerstag, 12. Juni 2008

Los Angeles – Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSA) ist nicht nur ein Risikofaktor für Schlaganfall, Herzinfarkt und Diabetes. Zu den nachteiligen Folgen des wiederholten Sauerstoffmangels könnte nach einer Studie in Neuroscience Letters (2008; 438: 330-334) auch eine Beschädigung der Corpora mamillare an der Schädelbasis gehören, was die von vielen Patienten beklagten Gedächtnisstörungen erklären würde.

Corpora mamillaria bei Patienten mit OSA (rechts) und gesunder Kontrolle (links) /University of California

Beschädigungen der Corpora mamillaria werden bei einer Reihe von Erkrankungen beschrieben, die das Erinnerungsvermögen beeinträchtigen, etwa dem Korsakoff-Syndrom beim chronischen Alkoholismus oder beim Morbus Alzheimer. Auch Patienten mit OSA klagen, wenn auch in deutlich schwächerer Ausprägung an Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Unklar war, ob sie Folge der Schlafstörungen sind, die bei der OSA mit einer vermehrten Tagesmüdigkeit einher gehen, oder ob eine echte Schädigung des Gehirns vorliegt. 

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Rajesh Kumar und Mitarbeiter von der Universität von Kalifornien in Los Angeles haben deshalb bei 43 OSA-Patienten mit einem leistungsfähigen Kernspintomografen (drei Tesla) Aufnahmen der kleinen brustwarzenförmigen Strukturen angefertigt, die an der Unterseite der Gehirns in der Nähe der Hypophyse lokalisiert sind. Der Vergleich mit 66 gesunden Kontrollen ergab eine um fast 20 Prozent verminderte Größe der paarigen Strukturen.

Die genaue Funktion der Corpora mamillaria ist nicht bekannt. Sie sind aber über die Fornix mit dem Hippocampus verbunden, einem wichtigen Zentrum für die Gedächtnisbildung, wo eine im letzten Jahr publizierte Studie übrigens ebenfalls Hinweise einer Schädigung fand (Brain Research 2007; 1179: 42-50). © rme/aerzteblatt.de

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