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Politik

EU-Agrarminister einigen sich auf strengere Vorgaben für Pestizide

Dienstag, 24. Juni 2008

Luxemburg – Die EU-Landwirtschaftsminister haben sich auf strengere Vorgaben für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Europa geeinigt. Dazu zähle auch ein Verbot von für den Menschen giftigen Pestiziden, wie die slowenische EU-Ratspräsidentschaft am Montag mitteilte. Ein entsprechender Vorschlag werde nun vom Europäischen Parlament geprüft.

Laut dem Gesetzentwurf der Minister dürfen künftig keine krebserregenden Stoffe oder Substanzen, die die Hormonproduktion oder die menschliche Fortpflanzung beeinträchtigen, in Pflanzenschutzmitteln verwendet werden. Auch solle die Suche nach weniger schädlichen Pestiziden unterstützt werden.

Der Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Gert Lindemann, begrüßte den neuen EU-Entwurf. Er trage zur Gesundheit der Menschen bei, sagte er. Dennoch setzten sich Deutschland und andere EU-Staaten wie Großbritannien erfolgreich für Ausnahmen von den strengen neuen Pestizid-Regeln ein. So sollen Landwirte, die nachweisen können, dass es gegen einen bestimmten Schädlingsbefall keine wirksame Alternative auf dem Markt gibt, auch weiterhin ein gesundheitsschädliches Pestizid einsetzen dürfen.

Darüber hinaus sieht der Gesetzentwurf auch eine Vereinfachung der Genehmigungsverfahren von Pflanzenschutzmitteln vor. Derzeit hat jeder Mitgliedstaat eigene Prozeduren, so dass Hersteller neue Produkte gleich mehrfach prüfen lassen müssen, wenn sie sie europaweit verkaufen wollen. Künftig soll es in Europa nur noch drei Genehmigungsverfahren geben – eines für den Süden, eines für den Norden und eines für das Zentrum. 

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) beurteilte die Entscheidung des EU-Agrarministerrates grundsätzlich positiv. Jedoch seien die Ausnahmeregeln vollkommen unverständlich, da ausreichend alternative Wirkstoffe zur Verfügung stünden. Viele Ökolandwirte bewiesen zudem, dass Lebensmittel auch ohne Pestizide mit umweltschonenden ackerbaulichen Maßnahmen produziert werden könnten, hieß es in einer Erklärung. © afp/aerzteblatt.de

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