NewsÄrzteschaftÄrztekammer weist Vorwürfe über zu hohe Privatrechnungen zurück
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Ärztekammer weist Vorwürfe über zu hohe Privatrechnungen zurück

Montag, 28. Juli 2008

Berlin – Die Bundes­ärzte­kammer hat den Vorwurf privater Krankenversicherer zurückgewiesen, Ärzte und Kliniken würden sich gezielt mit überhöhten Rechnungen bei ihnen schadlos halten. „Kollektivvorwürfe“ seien nicht angebracht, sagte der Vizepräsident der Bundes­ärzte­kammer Frank Ulrich Montgomery dem „Tagesspiegel“ vom Montag.

Zuvorderst seien die gestiegenen Leistungsausgaben die „natürliche Antwort auf die von der Regierung geförderte Zwei-Klassen-Medizin“. Tatsache sei, dass den Ärzten erbrachte Leistungen für Privatpatienten voll und ohne Zeitverzug erstattet würden – "ganz anders als in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung". Montgomery schloss aber nicht aus, dass bei Privatpatienten das ein oder andere Mal auch zu viel getan werde.

Mediziner würden bei Privatrechnungen bis an die Grenzen des Möglichen gehen, bestätigte der Ärztevizepräsident. Der 2,3- und 3,5-fache Grundpreis sei quasi zum Regelsatz geworden. Dies hänge aber mit einer völlig veralteten privatärztlichen Gebührenordnung zusammen, in der viele moderne Behandlungsmethoden nicht abgebildet seien.  Da es sich um eine Rechtsverordnung des Bundes handle, stehe die Ge­sund­heits­mi­nis­terin „hier in der Verantwortung“.

Die privaten Kran­ken­ver­siche­rungen hatten einen zunehmenden Abrechnungsbetrug beklagt. Wie der "Der Spiegel“ berichtet, stoßen die Versicherer in bis zu jeder zehnten Rechnung auf unplausible Positionen. Zudem verzeichneten sie einen medizinisch nicht nachvollziehbaren Anstieg von angeblich erschwerten Behandlungen, für die von den Ärzten ein Honorarzuschlag verlangt werden kann.

Ein weiterer Trick sei die Ausgründung von Pseudo-Privatkliniken an normalen Plankrankenhäusern. Laut Verband der privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) entsteht allein hierdurch ein jährlicher Schaden von 100 Millionen Euro.

Auch der FDP-Gesundheitsexperte Daniel Bahr beklagte „Auswüchse“ bei der Behandlung von Privatpatienten. Während gesetzlich Versicherte die Folgen von Rationierung und Budgetierung erlebten, würden privat Versicherte oft überversorgt. © ddp/aerzteblatt.de © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

25. September 2020
Stuttgart – Mit einem gemeinsamen Brief wenden sich Landesapothekerverband (LAV) und Landesapothekerkammer Baden-Württemberg (LAK) anlässlich der Insolvenz des Apothekenrechenzentrums AVP hilfesuchend
Insolvenz des Rechenzentrums AvP: Apothekerschaft wendet sich an Landesregierung
17. August 2020
Hannover – Einen deutlichen Anstieg beim Betrug mit Abrechnungen im Gesundheitswesen hat im vergangenen Jahr die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) registriert. Bundesweit wurde 476 und damit 55 Prozent
KKH: Betrugsdelikte im Gesundheitswesen stark gestiegen
20. Juli 2020
Flensburg – Ab dem 29. Juli müssen sich ein Arzt und ein Apotheker aus Husum wegen unerlaubten Verschreibens und Handel mit Betäubungsmitteln vor dem Landgericht Flensburg verantworten. Den
Anklage wegen Millionenbetrugs gegen Arzt und Apotheker
19. Juni 2020
Frankfurt/Main – Die großangelegten Ermittlungen wegen Betrugsvorwürfen im hessischen Krankenhauswesen haben zu ersten Ergebnissen geführt. Ein aktueller Verfahrensabschluss betrifft ein Krankenhaus
Betrugsermittlungen: Krankenhaus zahlt Millionen zurück
21. Februar 2020
Bad Hersfeld/Frankfurt/Main – Die Ermittlungen wegen Betrugsvorwürfen im hessischen Krankenhauswesen weiten sich aus. Im Verlauf des vergangenen Jahres sei die Zahl der Verfahren von zehn auf zwölf
Betrugsermittlungen bei Ermächtigungsleistungen weiten sich aus
6. Februar 2020
Kassel – Die Belastung der Sozialgerichte aufgrund von Klagen zu möglicherweise fehlerhafter Krankenhausabrechnungen hält unvermindert an. Das hat der Präsident des Bundessozialgerichts (BSG), Rainer
Krankenhausabrechnungen: Belastung der Sozialgerichte wegen Klagewellen hält an
16. Januar 2020
Berlin – Bei Abrechnungsprüfungen ambulanter Pflegesachleistungen und häuslicher Krankenpflege gibt es Schwachpunkte und Fehlerquellen. Darauf hat heute das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS,
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER