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Umweltverbände pochen auf schnelles Handeln gegen Schienenlärm

Mittwoch, 13. August 2008

Bonn – Wegen seiner gesundheitsschädlichen Wirkung haben Umweltverbände von der Bundesregierung rasches Handeln zum Schutz vor Schienenlärm gefordert. „Bundesweit leiden 16 Millionen Menschen unter Schienenlärm“, kritisierte der Generalsekretär des Deutschen Naturschutzrings (DNR), Helmut Röscheisen, am Mittwoch in Bonn. 

Zu den negativen Folgen des Lärms gehörten Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche und ein erhöhtes Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der DNR und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) fordern deshalb lärmabhängige Trassenpreise und Lärmobergrenzen in besonders dicht besiedelten Gebieten an Schienenwegen. 

Nach Angaben der Umweltverbände gelten bereits durchschnittliche Lärmbelastungen von 65 Dezibel (A) am Tag und 55 Dezibel (A) nachts als gesundheitsgefährdend. Röscheisen zufolge werden aber auf mindestens 2.800 Kilometern des deutschen Schienennetzes tagsüber Werte von über 70 Dezibel (A) und nachts von über 60 Dezibel (A) erreicht. „Im engen Rheintal wurden sogar Spitzenwerte von 108 Dezibel (A) gemessen“, erklärte Röscheisen. Dies sei fast schon mit dem Lärm beim Start eines Flugzeugs vergleichbar. Lärm wird in Dezibel angegeben, „A“ weist darauf hin, dass bei dem Wert die Empfindlichkeit des menschlichen Gehörs berücksichtigt wird. 

Die Bundesregierung habe mehrere Konzepte zum Schutz vor Schienenlärm vorliegen, erklärte der VCD-Bundesvorsitzende Michael Gehrmann: „Jetzt ist es höchste Zeit, diese auch umzusetzen.“ Der erfolgversprechendste Weg seien lärmabhängige Trassenpreise, die so schnell wie möglich als Projekt im Rheintal eingeführt und dann auf das gesamte Schienennetz ausgedehnt werden sollten.

Gehrmann zufolge entsteht so „ein finanzieller Anreiz, alte Güterwagen endlich umzurüsten und damit deutlich leiser zu machen“. Auch die Betreiber der Schienennetze seien in der Pflicht, gegen den Lärm anzugehen. Sie müssten die Gleise durchgängig in Schuss halten, weil der Lärm stark vom Zustand der Gleise abhänge. 

Nach Auffassung der Umweltverbände ist das 1999 begonnene Lärmsanierungsprogramm des Bundes für Schienenwege unzureichend. Bislang seien von den geplanten 3.400 Kilometern - also rund zehn Prozent des gesamten Schienennetzes - erst 600 Kilometer saniert. Da die lauten Güterzüge vor allem nachts fahren und ihre Zahl wegen des zunehmenden Bahngüterverkehrs immer weiter steigt, besteht aus Sicht von VCD und DNR dringender Handlungsbedarf. 

2007 nahm demnach der Schienengüterverkehr um 7,1 Prozent zu, für das laufende Jahr wird ein Zuwachs um 5,8 Prozent und für 2009 um 2,9 Prozent prognostiziert. Nach Verbandsangaben sind alte Güterzüge bis zu vier Mal so laut wie moderne Personenzüge. © afp/aerzteblatt.de

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