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Medizin

Adi­positas-Chirurgie: Es fehlen langfristige Bewertungen

Mittwoch, 13. August 2008

Köln – Eine „signifikant stärkere Gewichtsabnahme als konservative Standardverfahren“ bewirken dem Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) zufolge moderne Verfahren der Adipositas-Chirurgie. Das Institut hatte ein entsprechendes vergleichendes Gutachten (Health Technology Assessment, HTA) Mitte August vorgelegt.

Es bewertete 25 medizinische und sieben gesundheitsökonomische Studien, die den medizinischen Nutzen der Adipositas-Chirurgie wie Magenband oder Magenbypass untersuchen. Insgesamt liegen nach Angaben der Autoren aber erst wenige gute Studien zur medizinischen und ökonomischen Beurteilung der Adipositas-Chirurgie vor.

Zwar sehen die Autoren deren Wirksamkeit, Sicherheit und Kosteneffektivität kurz- und mittelfristig als gegeben an. Ihnen fehlen jedoch langfristige Bewertungen, die neben der Gewichtsabnahme auch Rückgang oder Wiederauftreten von Begleiterkrankungen sowie die Lebensqualität berücksichtigen. Für eine bessere ökonomische Beurteilung seien zusätzliche Studien vor dem Hintergrund des deutschen Gesundheitssystems notwendig.

„Kurz- und mittelfristige Erfolge durch bariatrische Maßnahmen sind anzunehmen“, so die Autoren. Die Studienlage reiche jedoch noch nicht, um einzelne Operationsverfahren gegenüber anderen zu bevorzugen oder sie bestimmten Patientengruppen zuzuordnen. Sie regen weiter an, auf Grundlage der Ergebnisse die derzeit eher restriktiv gehandhabte Erstattungspraxis bariatrischer Verfahren zu prüfen.

Auf die im Vergleich zu anderen Ländern geringe seltene chirurgische Versorgung der Adipositas in Deutschland hat der Bundesverband Medizintechnologie hingewiesen: Die Anzahl der chirurgischen Eingriffe in Frankreich liege bei 26,9 und in Österreich bei 23,5 pro 100.000 Einwohner. In Deutschland seien es 3,6 Fälle. Hauptgrund hierfür sei die restriktive Kostenerstattung. © hil/aerzteblatt.de

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