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Studie: Trend zu belastenden Arbeitszeiten hält an

Freitag, 15. August 2008

Berlin – Die Beschäftigten in Deutschland arbeiten einer Studie zufolge immer häufiger in Schichtsystemen. Eine Analyse neuester Daten zur Arbeitszeitentwicklung habe zwei Trends aufgezeigt, erklärte das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Donnerstag. Einerseits arbeiteten Menschen immer länger, andererseits zu immer unregelmäßigeren Arbeitszeiten.

Von 2002 bis 2007 sei die durchschnittliche Wochenarbeitszeit um etwa 40 Minuten auf 40,3 Stunden gestiegen, erklärte WSI-Chef Hartmut Seifert. Fast jeder Dritte leiste 42 und mehr Stunden – obwohl die Effizienz nach der achten Arbeitsstunde pro Tag nach Angaben von Arbeitsmedizinern deutlich abnehme und das Unfallrisiko steige. Der Arbeitszeitforscher wies zudem auf ein weiteres Problem hin: Nach einem langen Arbeitstag falle es schwer, noch Zeit und Energie für Weiterbildung aufzubringen.

Seit den 90er-Jahren wächst der Studie zufolge zudem der Anteil der Beschäftigten mit wechselnden Schichten spürbar: 16 Prozent der Beschäftigten arbeiteten nachts, 17 Prozent im Schichtdienst. 1991 waren es noch jeweils 13 Prozent. Damit seien Risiken verbunden, warnte Seifert: „Nachtarbeit und Wechselschichtarbeit gefährden die Gesundheit. Schlafstörungen, Magen- und Verdauungsbeschwerden oder Herzschmerzen treten häufiger auf als bei Beschäftigten mit Normalarbeitszeit.“ Auch die durchschnittliche Krankheitsdauer sei länger.

Die mit den sich ändernden Arbeitsbedingungen verbundenen Belastungen könnten zu frühem gesundheitlichem Verschleiß führen, warnte das WSI weiter. „Sollten sich die Arbeitszeittrends der letzten Jahre fortsetzen, werden sich die Bedingungen für einen längeren Verbleib im Berufsleben verschlechtern“, sagt Seifert. 2006 sei jeder sechste neue Rentner wegen verminderter Erwerbsfähigkeit in den Ruhestand gegangen. © afp/aerzteblatt.de

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