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Medizin

Migräne und Genvariante erhöhen Schlaganfallrisiko

Freitag, 29. August 2008

Boston – Frauen mit einer speziellen Genvariante der Methylentetrahydrofolatreduktase, die außerdem an einer Migräne mit Aura leiden, haben ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. Davor warnen Wissenschaftler der Harvard Medical School in Boston im Fachjournal „Neurology“ (2008; 71:505-513).

Im Rahmen der Langzeitstudie beobachteten die Forscher 25.001 Frauen, um das Auftreten von kardiovaskulären Erkrankungen wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle zu erfassen. 18 Prozent der Teilnehmerinnen berichteten von Migräneanfällen. Dabei handelte es sich zu 40 Prozent um Formen mit Aura. Zusätzlich testeten die Forscher die Probandinnen auf eine spezielle Variante des Methylentetrahydrofolatreduktasegens. In der zwölfjährigen Follow-Up-Phase traten 625 vaskuläre Ereignisse auf.

In ihren Analysen stellte die Arbeitgruppe fest, dass Frauen, die positiv auf die Genvariante getestet wurden und unter einer Migräne mit Aura litten, mehr als dreimal so häufig von kardiovaskulären Erkrankungen betroffen waren. Besonders hoch lag hierbei das Schlaganfallrisiko mit einem vierfach erhöhten Risiko im Vergleich zu Frauen ohne die Genvariante und ohne Migräne mit Aura. Der Anteil der Genvariante innerhalb der untersuchten Gruppe lag bei etwa elf Prozent.

„Das Gen an sich kann wohl nicht für das erhöhte generelle oder das Risiko für eine spezifische kardiovaskuläre Erkrankung verantwortlich gemacht werden, aber unsere Studie deutet darauf hin, dass es eine Verbindung zwischen dieser Genvariante und der Migräne mit Aura gibt“, sagte Tobias Kurth von der Harvard Medical School in Boston: „Dennoch ist es noch zu früh, Migränepatientinnen mit Aura auf diese Genvariante zu testen. Vorher müssen wir die komplexen Zusammenhänge weiter erforschen. Das wird uns möglicherweise helfen, wirksame Strategien zur Prävention zu entwickeln.“

Zudem verweisen die Forscher darauf, dass die Studie nur Frauen untersucht hat und es interessant sein dürfte, zu ergründen, ob es einen ähnlichen Zusammenhang bei Männern gibt. © hil/aerzteblatt.de

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