Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Gen erhöht Lungenkrebsrisiko

Mittwoch, 10. September 2008

St. Louis – Ein Gen auf dem Chromosom 15 verfünffacht das Risiko auf ein Bronchialkarzinom. Betroffen sind nach einer Studie im Journal of the National Cancer Institute (2008; doi: 10.1093/jnci/djn268) Menschen mit drei oder mehr Lungenkrebserkrankungen in der Familie.

Etwa jeder siebte Lungenkrebspatient hat niemals geraucht. Es muss deshalb noch weitere Ursachen für das häufigste tödliche Krebsleiden geben. Da einige Lungenkrebserkrankungen familiär gehäuft auftreten, wird intensiv nach genetischen Ursachen gesucht. Seit April dieses Jahres haben gleich drei genomweite Assoziationsstudien (GWAS) sich auf eine Region auf dem langen Arm von Chromosom 15q24-25,1 „eingeschossen“.

Die Assoziationen waren jedoch relativ schwach. Die einzelnen Genvarianten (single-nucleotide polymorphisms, SNP) erhöhten das Lungenkrebsrisiko um 30 Prozent. Wesentlich deutlicher fiel das Risiko jetzt bei der vierten GWAS aus, welche die Gruppe um Ming You vom Siteman Cancer Center an der Washington University in St. Louis an 194 Patienten durchführte.

Im Unterschied zu den drei früheren Studien hatten die Patienten drei oder mehr Blutsverwandte in der Familie, die ebenfalls an Lungenkrebs erkrankt waren. Es bestand also eine – sicherlich seltene – starke familiäre Häufung. Sie erleichtert jedoch die Suche nach den auslösenden Genen. Die Genforscher fanden sie, wie auch ihre drei Vorgänger, in der Region 15q24-25,1.

Dort konnten sie zwei Allele – rs8034191 und rs1051730 – identifizieren, die mit einem 7,2 fachen (rs8034191) beziehungsweise 5,6-fachen (rs1051730) Risiko auf ein Bronchialkarzinom assoziiert sind. Anders als in der früheren Studien scheint die Tatsache, ob die Patienten rauchen oder nicht, keinen Einfluss auf das Krebsrisiko zu haben. 

Die genaue Funktion des Gens ist noch nicht bekannt. Die Forscher vermuten, dass es eine Rolle in der Zellvermehrung und der Apoptose spielen könnte. In der Nähe des Gens befinden sich auch Gene, die an der Entstehung der Nikotinabhängigkeit beteiligt sein sollen, die hier aber wegen der fehlenden Assoziation zum Rauchen keine Rolle spielen dürften. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige