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Medizin

Mammakarzinom: Akupunktur lindert vasomotorische Nebenwirkungen der Hormontherapie

Dienstag, 23. September 2008

Detroit – Eine Akupunktur kann möglicherweise die klimakterischen Beschwerden lindern, zu denen es unter der Hormontherapie des Mammakarzinoms kommt. In einer randomisierten Studie, deren Ergebnisse jetzt auf der Jahrestagung der American Society for Therapeutic Radiology and Oncology in Boston vorgestellt wurden, erzielte die traditionelle chinesische Heilmethode eine gleich starke Wirkung wie die Gabe von Venlafaxin.

Venlafaxin, ein Antidepressivum aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) wird – in Deutschland off-label – mangels besserer Alternativen gerne zur Behandlung der klimakterischen Beschwerden eingesetzt, zu denen es unter der Therapie mit Tamoxifen (selektiver Estrogenrezeptormodulator) oder Anastrozol (Aromatasehemmer) kommen kann.

Viele Patientinnen lehnen die Therapie mit Venlafaxin jedoch wegen der damit verbundenen Nebenwirkungen ab. Als Alternative schlägt die Strahlentherapeutin Eleanor Walker vom Henry Ford Hospital in Detroit eine Akupunktur vor, die nebenwirkungsfrei ist. 

Ob sie die Nebenwirkungen der Hormontherapie lindern kann, wurde in einer – nicht geblindeten – Studie mit 47 Patientinnen untersucht, bei denen es unter der Hormontherapie mit Tamoxifen oder Anastrozol zu 14 oder mehr Hitzewallungen pro Woche gekommen war. Die Frauen wurden über zwölf Wochen mit Venlafaxin oder Akupunktur behandelt. 

In beiden Gruppen kam es zu einem signifikanten Rückgang der vasomotorischen Beschwerden. Ob dies auf die jeweilige Therapie zurückzuführen war oder ein “Gewöhnungseffekt” eintrat, lässt sich mangels Kontrollgruppe ohne Behandlung nicht sicher sagen. Unklar bleibt auch, ob die Akupunktur eine echte Wirkung erzielte oder die Präsenz und die Manipulationen eines einfühlsamen Akupunkteurs eine Rolle spielten.

Am Ende waren die Patientinnen im Akupunktur-Arm mehr mit der Therapie zufrieden, weil sie nicht unter den SNRI-typischen Nebenwirkungen zu leiden hatten. Energie, Klarheit des Denkens, Libido und ein allgemeines Gefühl des Wohlbefindens, das durch die Hormontherapie teilweise verloren gegangen war, hätten sich bei den Frauen wieder eingestellt, versichert die Autorin. © rme/aerzteblatt.de

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