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Medizin

Studie: Schnelles Essen macht dick

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Osaka – Menschen, die ihre Mahlzeiten schnell herunterschlingen und bis zum Eintritt des Sättigungsgefühl essen, sind einer Studie im Britischen Ärzteblatt zufolge (BMJ 2008; 337: a2002) dreimal häufiger übergewichtig.

Die Ernährungsgewohnheiten haben sich in den letzten Jahrzehnten geändert. Die Nahrungsmittel sind günstiger und energiedichter geworden. Die Portionen sind größer und die Dauer der Mahlzeiten ist kürzer geworden. Die Esskultur ist beim Besuch von Fast-Food-Ketten, aber auch zu Hause verloren gegangen.

Immer mehr Menschen schlingen die Nahrung in immer kürzerer Zeit hinunter oder essen nebenbei beim Fernsehen oder vor dem Computer. Dies könnte, wie die Studie von Hiroyasu Ito von der Universität Osaka zeigt, durchaus ein wichtiger Motor für die derzeitige Adipositas-Epidemie sein.

Der Forscher analysierte die Daten einer Querschnittsstudie aus Japan, an der sich 1.122 Männer und 2.165 Frauen beteiligt hatten. In einem Fragebogen zu den Ernährungsgewohnheiten gab fast jeder zweite an, bis zum Eintritt eines Sättigungsgefühl zu essen und mehr als jeder dritte hielt sich für einen schnellen Esser. Beide Gewohnheiten waren mit einem Übergewicht assoziiert.

Ito errechnete für die Sättigungsesser eine Odds Ratio von 2,00 (95-Prozent-Konfidenzintervall 1,53-2,62) für Männer und 1,92 (1,53-2,40) für Frauen. Das Herunterschlingen der Nahrung war mit einer Odds Ratio von 1,84 (1,42-2,38) bei Männern und von 2,09 (1,69-2,59) bei Frauen assoziiert. Männer, die beide Essgewohnheiten kombinierten, also eine schnelle Sättigung anstrebten, hatten ein 3,13-fach erhöhtes Übergewichtsrisiko (2,20-4,45). Bei Frauen betrug die Odds Ratio 3,21 (2,41-4,29).

Die Editorialistin Elizabeth Denney-Wilson von der Universität Sydney (BMJ 2008; doi: 10.1136/bmj.a1926) hat für die Vorliebe der heutigen Menschen zum Fast Food eine evolutionsbiologische Erklärung. In der Vorzeit seien Menschen, die ihre Beute schnell und in großer Menge hinunterschlingen konnten, im Vorteil gegenüber langsamen Essern gewesen, glaubt sie. Auch sei die Gefahr, selbst zur Beute wilder Tiere zu werden, geringer gewesen.

Interessant ist ein Beitrag von Steve Cooper von der Universität Liverpool in Journal of Psychopharmacology (2008, doi:10.1177/0269881108095195). Der Psychologe fand in einer Doppelblindstudie heraus, dass die Wirkung des Abmagerungsmittels Sibutramin vor allem über eine Verzögerung der Nahrungsaufnahme und eine frühzeitige Sättigung bei den Mahlzeiten zustande kommt. Bei einer Änderung des Lebensstils von Adipositas könnte sich die Einnahme des Lifestyle-Medikaments möglicherweise erübrigen. © rme/aerzteblatt.de

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