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Ärzteschaft

Forschungspreis zur Rolle der Ärzteschaft im Nationalsozialismus vergeben

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Berlin – Den Forschungspreis zur Rolle der Ärzteschaft in der Zeit des Nationalsozialismus haben das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) zum zweiten Mal vergeben. Vier wissenschaftliche Arbeiten erhalten die Auszeichnung:

Barbara Huber schließe mit ihrer Dissertation zur Biografie des SS-Zahnarztes Willy Frank eine wichtige Forschungslücke. Die Arbeit, die auch die berufliche Karriere Franks nach 1945 einschließt, zeige, dass es für die Täter durchaus Handlungsspielräume gegeben habe.

Die Gemeinschaftsarbeit von Gerrit Hohendorf, Petra Fuchs, Maike Rotzoll, Ulrich Müller und Paul Richter widmet sich anhand der Lebensgeschichten von Euthanasie-Opfern dem Vergessen als Teil der Vernichtung selbst. „Diese Pionierarbeit reißt die Opfer aus ihrer Anonymität heraus und gibt ihnen durch die Erinnerung an ihr individuelles Schicksal ihre Würde zurück“, heißt es in der Begründung der Jury.

Ausgezeichnet wurde auch eine Arbeit, die erstmals die Rolle einer führenden Einrichtung des öffentlichen Gesundheitswesens, des Robert Koch-Instituts, im Nationalsozialismus thematisiert. Der Autorin Annette Hinz-Wessels bescheinigt die Jury, das Ausmaß der Mitwirkung des Instituts an den Verbrechen gegen die Menschlichkeit umfassend dargestellt zu haben.

Der Sonderpreis ging an Jasmin Beatrix Mattes. Ihre Dissertation widmet sich den Stationsbenennungen des Klinikums der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit großen Namen der Medizin. Vor dem Hintergrund der jeweiligen Biografien stellt sie die Erinnerungskultur der Gegenwart infrage.

Die Jury des Preises besteht aus Vertretern des Zentralrats der Juden in Deutschland, des Bundesverbands jüdischer Ärzte in Deutschland sowie der BÄK, des BMG und der KBV. Die Preisträger werden im Rahmen einer Gedenkveranstaltung für die vertriebenen und ermordeten jüdischen Ärzte Berlins geehrt. Die Verleihung findet am 5. November in der Neuen Synagoge in Berlin statt. © hil/aerzteblatt.de

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