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Medizin

Niedriges Brustkrebsrisiko bei Migräne

Donnerstag, 6. November 2008

Seattle – Frauen, die regelmäßig unter Migränekopfschmerzen leiden, erkranken zu 30 Prozent seltener an Brustkrebs. Dies ergab eine Fall­kontroll­studie in Cancer Epidemiology Biomarkers & Prevention (2008; 17: 3116-3122). 

Fallende Östrogenspiegel sind ein häufiger Auslöser von Migräneattacken, schreibt die Gruppe um Christopher Li vom renommierten Fred Hutchinson Krebsforschungszentrum in Seattle. Dies erkläre, warum Frauen, die Kontrazeptiva einnehmen, in den einwöchigen Pillenpausen, wenn die Tabletten keine Hormone enthalten häufiger an Migräne erkranken. Dagegen sind sie während einer Schwangerschaft wegen der anhaltend hohen Östrogenspiegel zumeist beschwerdefrei. 

Andererseits sind Östrogene ein etablierter Risikofaktor für das Mammakarzinom. Sie erklären beispielsweise, warum eine frühe Menarche und eine späte Menopause (lange Lebensdauer der Östrogenexposition) das Brustkrebsrisiko erhöhen, ebenso wie die Hormontherapie, die das Wachstum von rezeptorpositiven Hormonen stimuliert. 

Der gegenteilige Einfluss auf beide Erkrankungen lässt erwarten, dass Frauen mit häufigen schweren Migräneattacken seltener an Brustkrebs erkranken. Genau dies können die Epidemiologen durch die Auswertung zweier Fall­kontroll­studien zeigen. Sie verglichen 1.938 Frauen mit einem Mammakarzinom und 1.474 Kontrollen ohne Mammakarzinom.

Ergebnis: Die Frauen mit Brustkrebs berichteten seltener über schwere Migräneattacken in der Vergangenheit. Umgekehrt können die Forscher ein um 30 Prozent vermindertes Brustkrebsrisiko der Migränepatienten zeigen. Diese Risikominderung war erwartungsgemäß auf rezeptorpositive Tumoren begrenzt, die bei Migränepatienten zu 35 Prozent seltener beobachtet wurden. Die Verordnung von Migränemitteln hatte erwartungsgemäß keinen Einfluss auf das Brustkrebsrisiko. © rme/aerzteblatt.de

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