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Medizin

Schwangerschaft nach bariatrischer Operation (meist) vorteilhaft für Mutter und Kind

Donnerstag, 20. November 2008

Santa onica –  Frauen, die sich einer bariatrischen Operation unterzogen haben, können in der Regel ohne Gefahr für die eigene Gesundheit und die des Kindes schwanger werden. Nach einer systematischen Analyse im US-amerikanischen Ärzteblatt JAMA (2008; 300: 2286-2296) ist der Ausgang der Schwangerschaft oft günstiger als bei adipösen Frauen, die nicht operiert wurden. 

Während bariatrische Operationen hierzulande nur sehr zögerlich durchgeführt werden, ist es in den USA in den letzten Jahren zu einem regelrechten Boom gekommen. Die Zahl der Operationen hat sich zwischen 1998 und 2005 verachtfacht.

Von den jährlich mehr als hunderttausend Eingriffen entfallen 83 Prozent auf Frauen im gebärfähigen Alter. Es stellt sich deshalb die Frage, ob die einschneidende Veränderung des Körpergewichts sich negativ auf eine Schwangerschaft auswirken könnte.

Melinda Maggard von der Rand Corporation in Santa Monica, einer unabhängigen “Denkfabrik” zu vielen Bereichen von Forschung und Entwicklung (RAND steht für Research ANd Development), hat die hierzu publizierte Fachliteratur gesichtet. Sie kommt zu einer sehr positiven Einschätzung.

Danach erkranken Frauen nach bariatrischen Operationen (im Vergleich zu adipösen Frauen ohne Operation) deutlich seltener an einem Gestationsdiabetes (0 vs. 22,1 Prozent) oder an einer Präeklampsie (0 vs. 3,1 Prozent). Auch die Gewichtszunahme während der Schwangerschaft war geringer. 

Den Kindern scheint die radikale „Schlankheitsoperation“ der Mutter ebenfalls zu bekommen. Die Inzidenz von Frühgeburt, niedrigem Geburtsgewicht oder Makrosomien war niedriger oder gleich. Doch Vorteile gelten nur für Magenverkleinerungen, welche die Nahrungszufuhr durch frühzeitiges Völlegefühl dämpfen.
 

Eine funktionelle Darmverkürzung (Roux-en-Y-“Bypass” oder biliopankreatische Diversion, BPD) scheint nicht immer risikolos zu sein. Die durch diese Operationen eingeschränkte Absorption der Nahrung kann während der Schwangerschaft zu Versorgungsengpässen führen.

Nach BPD müssen 20 Prozent der Schwangeren parenteral ernährt werden. Die verminderte Resorption von Vitaminen kann das Risiko von Fehlbildungen (Spina bifida bei Folsäuremangel) erhöhen. Gynäkologen dürften diese Schwangerschaften deshalb als risikoreich einstufen. © rme/aerzteblatt.de

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