NewsMedizinSchmerzmedikamente bewirken chronische Migräne
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Schmerzmedikamente bewirken chronische Migräne

Freitag, 21. November 2008

New York – Der Einsatz von Analgetika kann sich negativ auf die Häufigkeit von Migräneattacken auswirken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Wissenschaftlern am Albert Einstein College of Medicine an der Yeshiva Universität in New York, die das Fachblatt „Headache“ veröffentlicht (2008; 48: 1157 – 1168).

In den USA leiden schätzungsweise 35 Millionen Menschen unter Migräne. Etwa jeder siebte davon erlebt die chronische Form. Diese liegt per definitionem vor, wenn die Symptomatik mindestens 15 Tage pro Monat auftritt. Nach Erkenntnissen der New Yorker Wissenschaftler begünstigt der Einsatz kurzfristig hilfreicher Medikamente bei Migränepatienten die Chronifizierung.

Im Rahmen ihrer Studie verfolgten die Forscher ein Jahr lang die Krankheitsverläufe von 8.219 Patienten mit episodischem Migräneleiden. Im Beobachtungszeitraum entwickelten 2,5 Prozent der Patienten eine chronische Migräne. Es zeigte sich, dass Patienten, die Barbiturate oder Opiate erhielten, ein erhöhtes Chronifizierungsrisiko aufwiesen.

Bei nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) spielte die Häufigkeit der Migräneattacken eine entscheidende Rolle: Patienten, die weniger als zehn Attacken pro Monat erlitten, zeigten unter NSAR keine Häufigkeitszunahme. Jedoch erhöhten NSAR bei Patienten mit häufigeren Attacken das Risiko einer chronischen Migräne. Triptane riefen insgesamt keine Häufigkeitszunahme hervor.

„Eine angemessene Behandlung mit den richtigen Medikamenten kann den meisten Menschen mit Migräne helfen“, betont Seniorautor Richard Lipton, Neurologe am Einstein College: „Erstversorger und Patienten sollten aber den Einsatz von Analgetika vermeiden, die eine Migräne langfristig verschlechtern könnten. Sollten diese dennoch nötig sein, muss man Patienten vor einem zu häufigen Gebrauch und einer Überdosierung warnen“, so der Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

15. November 2018
Berlin – Zur Prophylaxe der Migräne steht eine neue Substanzklasse zur Verfügung. CGRP-Antikörper sind Wirkstoffe, die Migräneanfällen spezifisch vorbeugen. „Die Erwartungen sind hoch, doch einige
Wie Neurologen die neue Migräneprophylaxe mit CGRP-Antikörpern bewerten
19. Oktober 2018
Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) begrüßt neue präventive Therapieansätze gegen Post-Zoster-Neuralgie sowie gegen Migräne. Die Fachgesellschaft bezieht sich damit auf einen
Post-Zoster-Neuralgie und Migräne: Schmerzmediziner begrüßen neue Therapieoptionen
4. Oktober 2018
Mannheim – Auf eine neue Option zur Verringerung von Migräneattacken haben die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) und die Deutsche Schmerzgesellschaft hingewiesen. Bei den neu
Antikörper-Injektion gegen Migräneattacken in Deutschland bald verfügbar
27. September 2018
Mannheim – Patienten sind zufriedener und empfinden die Behandlung als besser, wenn sie nicht nur Medikamente erhalten, sondern Ärzte sie informieren und in die Therapieentscheidung einbinden.
Schmerzmediziner empfehlen, Patienten bei Therapie stärker einzubinden
12. September 2018
Atlanta/Georgia – Chronische Schmerzen sind ein häufiger Beweggrund für einen Suizid. In einer US-Studie hatten fast 9 % der Menschen, die sich das Leben nahmen, chronische Schmerzen in der
Chronische Schmerzen eine häufige Suizid-Ursache
5. September 2018
Aarhus/Dänemark – Die Verordnung von Diclofenac hatte in einer Reihe von „emulierten“ klinischen Studien häufiger schwere kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall zur Folge, als
Diclofenac: Studie bestätigt erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko
31. August 2018
Winston-Salem/North Carolina – Kann ein Opiat, das Schmerzen 100-mal stärker als Morphium lindert, frei von Risiken und Nebenwirkungen sein und sich sogar zur Behandlung einer Opiatabhängigkeit
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER