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Ärzteschaft

Internetportal soll Ärzten Verordnungs­management erleichtern

Mittwoch, 26. November 2008

Berlin – Ärztinnen und Ärzte sollen sich künftig schneller und einfacher über aktuelle Entwicklungen im Arzneimittelbereich informieren können. Dafür hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ein neues Informationsportal online gestellt, das Fragen zu Medikamenten, Verordnungsverhalten und rechtlichen Regelungen beantworten soll. „Mit diesem Online-Angebot wollen wir Vertragsärzten eine Hilfe an die Hand geben, mit der sie sich besser im Dschungel von sozialrechtlichen Vorschriften und gezielter Einflussnahme insbesondere durch die Pharmaindustrie neutral informieren können“, sagte KBV-Vorstand  Carl-Heinz Müller bei der Vorstellung des neuen Arzneimittel-Infoservice (AIS) in Berlin.

In Deutschland sind knapp 60.000 unterschiedliche Arzneimittel zugelassen. Rund 2.500 davon sind frei verkäuflich, etwa 19.000 sind apothekenpflichtig und mehr als 37.000 sind verschreibungspflichtig. Insgesamt müssen sich Ärztinnen und Ärzte über rund 10.000 verschiedene Wirkstoffe auf dem Laufenden halten.

„Natürlich muss nicht jeder Arzt alles über alle Wirkstoffe und Arzneimittel wissen. Je nach Fachgruppe wird nur ein Teil der verfügbaren Arzneimittel für seine Patienten in Frage kommen. Aber auch ein Teil ist noch viel. Vor allem Hausärzte stellt das vor große Herausforderungen“, sagte Müller. Das AIS solle Ärzten bei ihrem Verordnungsmanagement Hilfestellungen geben aber auch Analysen zur Ausgabenentwicklung sowie Verordnungshäufigkeiten bei bestimmten Krankheitsbildern bereitstellen, so der KBV-Vorstand.

In der Rubrik „Arzneimittel AKTUELL“ sind wöchentlich neue Arzneimittelinformationen abrufbar. Frühere Ausgaben sind im Online-Archiv zu finden. Die Publikation „Wirkstoff AKTUELL“ gibt Ärzten wirkstoffbezogene Empfehlungen zu therapeutischem Nutzen und Hinweise zu Preisen zugelassener Therapien. Die KBV stellt die entsprechenden Informationen gemeinsam mit der Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft auf der Basis relevanter Studien und Leitlinien zusammen. Ergänzend finden die Nutzer auf der AIS-Website Informationen pharmazeutischer Unternehmen zur Arzneimittelsicherheit, etwa sogenannte Rote-Hand-Briefe. Darüber hinaus finden sich Weblinks zur Arzneimittelrichtlinie inklusive Anlagen und zur Schutzimpfungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses.

Die KBV kündigte an, sämtliche Inhalte der AIS ständig zu aktualisieren. Von der zweiten Jahreshälfte 2009 an sollen den Vertragsärzten in einem geschützten Bereich unabhängige zertifizierte Online-Fortbildungen angeboten werden.

Der AIS ist über die Homepage des KBV unter http://www.kbv.de/ais/ oder http://ais.kbv.de erreichbar. © SR/aerzteblatt.de

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