Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

“Kummerspeck”: Depressionen begünstigen viszerale Adipositas

Mittwoch, 3. Dezember 2008

Amsterdam – Depressionen fördern auf lange Sicht die prognostisch ungünstige viszerale Adipositas. Das zeigen die Ergebnisse einer prospektiven Beobachtungsstudie in den Archives of General Psychiatry (2008; 65: 1429-1437).

Die Health, Aging and Body Composition Study ist eine laufende Untersuchung des US-National Institute of Aging. Sie begleitet eine Gruppe von 2088 Senioren, die zu Beginn der Studie 70 bis 79 Jahre alt waren. Bei allen Teilnehmern wurde 1997/98 eine Computertomografie durchgeführt. Dabei wurde auf Höhe der Lumbalwirbelsäule (L4/L5) das Fettgewebe unterhalb der Bauchdecke ausgemessen. Nach fünf Jahren wurde die Untersuchung wiederholt. Auf diese Weise konnte Nicole Vogelzangs vom VU Medisch Centrum in Amsterdam die Entwicklung der viszeralen Adipositas beobachten. Diese ist ein wesentlicher Risikofaktor für das metabolische Syndrom, in dem viele Experten den Ausgangspunkt von Typ-II-Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sehen.

Es zeigte sich, dass jene vier Prozent der Teilnehmer, die zu Beginn der Studie in einem Fragebogen depressive Symptome angegeben hatten (Center for Epidemiological Studies Depression Scale 16 oder höher) in den fünf Jahren zwischen den beiden Untersuchungen signifikant mehr viszerales Fettgewebe abgelagert hatten als andere Teilnehmer. Die Zunahme des Saggitaldurchmessers und des viszeralen Fettgewebes war übrigens unabhängig vom Body-Mass-Index (BMI).

Das Ergebnis bestätigt die in vielen früheren Studien beobachtete Assoziation zwischen Depressionen und abdominaler Adipositas, kann aber als Beobachtungsstudie die pathophysiologischen Zusammenhänge nicht erklären. Vogelzangs vermutet, dass der chronische Stress, unter dem viele Menschen mit Depressionen krankheitsbedingt leiden, die Bildung von viszeralem Fettgewebe fördert. Auf viszerale Fettzellen fänden sich vermehrt Rezeptoren für das Stresshormon Cortisol. Auch die im Alter verminderte Bildung von Sexualhormonen, die eine lipid-mobilisierende Wirkung haben, könnte eine Rolle spielen, spekuliert die Autorin.

Denkbar sei außerdem, dass ein mit der Depression einhergehender ungesünderer Lebensstil (Ernährung, Genussmittel) für die vermehrten abdominalen Fettdepots (im Volksmund: „Kummerspeck”) verantwortlich sind. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige