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Medizin

Komplikationen nach Avastin-Anwendung im Auge

Montag, 22. Dezember 2008

Ottawa – Der kanadischen Zulassungsbehörde Health Canada sind mehrere Fälle von Komplikationen nach intraokularer Injektion von Bevacizumab (Avastin®) gemeldet worden. Betroffen scheint eine nach Kanada gelieferte Charge zu sein. Die Hersteller Roche und Genentech haben Dear-Health-Care-Professional-Briefe verschickt.

Der Angiogenese-Hemmer Bevacizumab (Avastin) kann die Bildung von neuen Blutgefäßen in der Retina hemmen, die in der Pathogenese der feuchten Form der altersbedingten Makuladegeneration beteiligt sind. Das Medikament Avastin, das zur Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt wird, ist allerdings für die Anwendung im Auge nicht zugelassen. Der Hersteller bietet hier ein deutlich teueres Medikament (Lucentis) an, das den mit Bevacizumab verwandten Wirkstoff Ranibizumab enthält. 

Obwohl Bevacizumab nicht für den Einsatz in der Ophthalmologie getestet wurde, betrachten die meisten Augenärzte den Einsatz als sicher. Jetzt sind aber 36 Fallberichte über unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) am Auge aufgetreten, darunter waren 32 schwerwiegende intraokulare Entzündungen (Endophthalmitis).

Die Patienten erkrankten nach der intravitrealen Injektion von Avastin an Sehstörungen und Mouches volantes. Einige Fälle wurden auch als Toxic Anterior Segment Syndrome (TASS) –eine nicht infektiöse Entzündung infolge einer in das Auge eingebrachten Substanz – beschrieben.

Alle Erkrankungen traten in Kanada auf, 25 betrafen die Charge AVASTIN Lot B3002B028, die in den benachbarten USA nicht vertrieben wurde, von wo auch keine UAW gemeldet wurden. Es ist deshalb möglich, dass es sich nicht um eine Folge des Wirkstoffes, sondern um ein Chargen-Problem handelt, auch wenn der Hersteller trotz sorgfältiger Untersuchung keine Verunreinigungen gefunden hat.

Bei der indikationsgerechten Anwendung der betroffenen Charge in der Krebstherapie sind keine Komplikationen gemeldet worden. © rme/aerzteblatt.de

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