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Ärzteschaft

Arzneimittel: Ärzte befürchten Marketing unter dem Vorwand der Information

Dienstag, 23. Dezember 2008

Berlin – Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) warnt davor, pharmazeutischen Unternehmen in Zukunft zu gestatten, sich mit Informationen zu verschreibungspflichtigen Medikamenten direkt an die Endverbraucher zu wenden. Dies sieht ein Richtlinienentwurf zur Patienteninformation der Europäischen Union (EU) vor.

Hintergrund: Die Europäische Kommission hatte am 10. Dezember in Brüssel das sogenannte Pharmapaket vorgestellt. Dieses enthält unter anderem einen Richtlinienentwurf, nach dem sich in Zukunft pharmazeutische Unternehmen mit Informationen über verschreibungspflichtige Arzneimittel direkt an interessierte Patienten wenden können.

Diese Richtlinie soll nach Aussage des für die Unternehmens- und Industriepolitik zuständigen Vizepräsidenten der Kommission, Günter Verheugen, garantieren, „dass die Menschen optimal über das Arzneimittel- und Therapieangebot informiert werden“.

„Aber der jetzt vorgelegte Richtlinienentwurf wird nicht verhindern können, dass die pharmazeutischen Hersteller mit direkter Patienteninformation auch eigennützige Ziele verfolgen und durch Überschreitung der unscharfen Grenze zur Werbung Informationen auch als Bestandteil ihres strategischen und operativen Marketings für Arzneimittel nutzen. Dadurch würden die Umsetzung einer rationalen Pharmakotherapie und die Arzneimitteltherapiesicherheit gefährdet“, hieß es aus der AkdÄ. Sie appelliert deshalb an das EU-Parlament und den EU-Rat, den Richtlinienentwurf abzulehnen. © hil/aerzteblatt.de

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