NewsMedizinStudie: Energiemangel triggert Morbus Alzheimer
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Studie: Energiemangel triggert Morbus Alzheimer

Montag, 29. Dezember 2008

Chicago – Störungen der Sauerstoffversorgung im Gehirn könnten ein auslösender Faktor in der Pathogenese des Morbus Alzheimer sein. Das zeigen neue tierexperimentelle Befunde in Neuron (2008; doi: 10.1016/j.neuron.2008.10.047). Sie erklären die von vielen Forschern seit langem vermutete enge Verbindung zwischen der neurodegenerativen Erkrankung und kardiovaskulären Risikofaktoren.

Bislang wurde nicht verstanden, wieso atherosklerotisch bedingte Durchblutungsstörungen (unterhalb der Schlaganfallschwelle) im Gehirn die Ablagerung von Beta-Amyloid begünstigen, die für das Absterben von Hirnzellen und die Bildung der für die Krankheit typischen Plaques verantwortlich sind.

Ein gemeinsamer Nenner könnte das Enzym BACE1 (für beta-site APP cleaving enzym) sein. Vor zehn Jahren konnte Robert Vassar von der Northwestern University in Chicago zeigen, dass eine Aktivität dieses Enzyms, das für die Bildung von Beta-Amyloid verantwortlich ist, beim Morbus Alzheimer gesteigert ist. Der Grund hierfür war jedoch unklar.

Einige Hirnforscher deuteten die vermehrte Aktivität als Zeichen einer Stressantwort der Neurone auf einen Energiemangel. Diese Stressantwort könnte die Hirnzellen kurzfristig schützen, langfristig leistet sie jedoch dem Zelluntergang und der Demenz Vorschub.

Die neuesten Ergebnisse von Vassar bestätigen dies. Seine Experimente an transgenen Mäusen zeigen, dass sich der Energiemangel zunächst auf ein Protein namens “eIF2alpha” auswirkt, das wiederum die Bildung von BACE1 steigert. 

Die genaue Kenntnis der Stoffwechselwege eröffnet der Arzneimittelforschung neue Wege. Wirkstoffe, die eIF2alpha blockieren, könnten möglicherweise einer Alzheimer-Demenz vorbeugen, schreibt Vassar. Gleichzeitig unterstützen die Ergebnisse die Idee, wonach eine Meidung kardiovaskulärer Risikofaktoren (Cholesterin, Hypertonie usw.) auch eine vorbeugende Wirkung gegen den Morbus Alzheimer erzielt. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

23. Oktober 2020
Seoul – Eine Katheterablation, die ein Vorhofflimmern häufig dauerhaft beseitigt, könnte die Patienten möglicherweise eher vor einer Demenz schützen als eine langfristige orale Antikoagulation. Dies
Vorhofflimmern: Katheterablation senkt Demenzrisiko
19. Oktober 2020
Bonn/Bochum – Bei einer genetischen Veranlagung für die altersbedingte Form der Alzheimer-Erkrankung sind bereits im jungen Erwachsenenalter bestimmte Anzeichen der Erkrankung nachweisbar. Das
Alzheimer-Risikogen beeinflusst Gedächtnisfunktionen junger Erwachsener
14. Oktober 2020
Tübingen – Ablagerungen eines Proteins namens „Medin“ verringern die Elastizität von Blutgefäßen und sind daher ein Risikofaktor für vaskuläre Demenz. Das berichten Wissenschaftler des Deutschen
Proteinablagerungen im Gehirn möglicherweise Risikofaktor für vaskuläre Demenz
8. Oktober 2020
Hannover – Die Signalübertragung durch Serotoninrezeptoren spielt offenbar eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung sogenannter Tauopathien, also von neurodegenerativen Erkrankungen, in deren
Signalübertragung durch Serotoninrezeptoren möglicher Ansatzpunkt für eine Demenztherapie
25. September 2020
Oxford – Wissenschaftler der Cochrane Dementia and Cognitive Improvement Group haben untersucht, ob eine Aromatherapie als alternatives Behandlungsverfahren bei der Linderung von Demenzsymptomen
Cochrane-Wissenschaftler finden keine überzeugenden Belege für den Nutzen einer Aromatherapie bei Demenz
23. September 2020
Berlin – In Berlin haben heute Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU), Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Franziska Giffey (SPD) und Bun­des­for­schungs­minis­terin Anja Karliczek (CDU) sowie 57 Verbände die
Startschuss zur Umsetzung der Nationalen Demenzstrategie
21. September 2020
Berlin – Leichte kognitive Störungen (Mild Cognitive Impairment, MCI) werden in Deutschland wahrscheinlich zu selten erkannt. Das legt eine neue Auswertung des Zentralinstituts für die kassenärztliche
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER