Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

FDA bewertet Suizidrisiko von Asthmamedikamenten

Mittwoch, 14. Januar 2009

Washington – Obwohl die Überprüfung sämtlicher randomisierter klinischer Studien keinen Hinweis auf ein erhöhtes Suizidrisiko ergeben hat, hält die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA an ihren Bedenken fest, die sich auf Einzelfallberichte stützen.

Im März 2008 hatte die FDA eine Überprüfung von Montelukast und vergleichbaren Asthma- und Allergiemedikamenten begonnen, die auf den Leukotrienstoffwechsel wirken. Die Hersteller der Leukotrien-Antagonisten Montelukast und Zafirlukast sowie des 5-Lipoxigenase-Hemmers Zileuton wurden aufgefordert, nach Suiziden oder suizidalen Gedanken bei den Teilnehmern randomisierter Studien zu suchen, die zumeist im Rahmen der klinischen Entwicklung durchgeführt worden waren.

Jetzt liegen die Ergebnisse vor, die eigentlich den Verdacht widerlegen. Merck (in Deutschland MSD) hatte unter 9.929 mit Montelukast behandelten Patienten nur einen einzigen ermittelt, der Suizidabsichten geäußert hatte.

Astra Zeneca fand unter 7.540 Patienten, die mit Zafirlukast behandelt wurden, keinen einzigen Fall (allerdings zwei Fälle in den Placeboarmen der Studie), ebenso war Zileuton von Cornerstone Therapeutics in den Studien frei von dieser Komplikation. 

Dennoch ist die FDA nicht bereit, Montelukast und die beiden anderen Wirkstoffe für unbedenklich zu erklären. Sie begründet dies einmal mit den klinischen Details einiger Zwischenfälle zu Montelukast, die mit einer medikamenteninduzierten Wirkung konsistent seien.

Zum anderen seien die randomisierten Studien nicht darauf angelegt gewesen, nach neuropsychiatrischen Komplikationen zu suchen. Die Erfahrung zeigt, dass dann selbst schwerwiegende Zwischenfälle wie Suizide übersehen werden. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

08.09.17
Union, SPD und Grüne wollen Suizide verhindern
Berlin – SPD, Union und Grüne haben zum Welttag der Suizidprävention am 10. September erneut eine bessere Prävention von Selbsttötungen gefordert. In einem interfraktionellen Gesetzesantrag wollen die......
07.09.17
Fachgesellschaft fordert mehr Anstrengungen bei der Suizidprävention
Berlin – „Höchste Priorität“ für die Suizidprävention. Das hat heute die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) im Vorfeld des Welttages......
31.08.17
Telefonseelsorge wirbt für sensiblen Umgang mit Suizidgefahr
Bonn – Die Telefonseelsorge dringt auf einen sensiblen Umgang mit dem Thema Suizidgefahr. Auf der Homepage www.telefonseelsorge.de soll anlässlich des Welttags der Suizidprävention am 10. September......
29.08.17
Kein Strafverfahren gegen Ärzte nach Patientensuizid
Bremen – Das Hanseatische Oberlandesgerichts in Bremen (OLG Bremen) hat ein Strafverfahren gegen drei Ärzte des Klinikums Bremen-Ost nach dem Suizid einer Patientin mit Depressionen abgelehnt. Es......
01.08.17
Werther-Effekt: Netflix-Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ provoziert Interesse an Suizid
San Diego – Die Netflix-Serie „13 Reasons Why“, in Deutschland „Tote Mädchen lügen nicht“, könnte einen Werther-Effekt ausgelöst haben. Eine Studie in JAMA Internal Medicine (2017; doi:......
25.07.17
Japan will Zahl der Suizide deutlich senken
Tokio – Mit gesetzlichen Maßnahmen gegen Ausbeutung am Arbeitsplatz will Japans Regierung die hohe Suizidrate senken. Innerhalb der kommenden zehn Jahre soll so die Zahl der Suizide um 30 Prozent......
07.07.17
Fernsehserie „Tote Mädchen lügen nicht“ kann Suizide auslösen
Berlin/Köln – Psychiater und Kinderärzte haben vor dem Konsum der Netflix-Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ gewarnt. Das TV-Format romantisiere den Selbstmord und könne Jugendlichen in seelischen......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige