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Medizin

Chirurgie: Checkliste kann lebensrettend sein

Donnerstag, 15. Januar 2009

dpa

Boston – Eine kurze Checkliste senkt die Fehlerrate im Operationsraum. In einer internationalen Pilotstudie der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) im New England Journal of Medicine (2009; doi: 10.1056/NEJMsa0810119) wurden Morbidität und perioperative Mortalität der Patienten signifikant reduziert. Vier Staaten haben angekündigt, die Checkliste verpflichtend einzuführen.

Die Liste der Safe Surgery Saves Lives Study Group hat Platz auf einer einzigen Seite Papier. Sie umfasst 19 Punkte, die zu drei Zeitpunkten (vor der Anästhesie, vor der Hautinzision und bevor der Patient den Operationssaal wieder verlässt) eine kurze Unterbrechung des Arbeitsablaufes für wenige Minuten erfordern.

In den Fragen geht es eigentlich um Selbstverständlichkeiten, etwa der Frage, ob Allergien des Patienten bekannt sind, ob der Operationsbereich markiert ist, ob der Pulsoximeter funktioniert, ob genügend Blut- und Flüssigkeitskonserven zur Verfügung stehen, ob die Operationsunterlagen vorhanden sind und so weiter.

Ein wesentliches Ziel ist die verbesserte Kommunikation zwischen den Mitgliedern des Operationsteams. So müssen Anästhesisten, Chirurgen und Pflegekräfte vor der Operation sich gegenseitig vorstellen, die Identität des Patienten bestätigen und sich kurz über die Dauer des Eingriffs und mögliche Komplikationen austauschen.

Auch in der Pilotstudie standen viele Chirurgen der Liste anfangs ablehnend gegenüber, berichtet Atul Gawande von der Harvard School of Public Health in Boston. Doch die Ergebnisse der Studie, die an acht Kliniken (Seattle, Toronto, London, Auckland, Amman, New Delhi, Manila und Ifakara/Tansania) durchgeführt wurde, geben den Forschern recht.

Nach der Einführung der Checkliste sank die Häufigkeit schwerer Komplikationen von 11 Prozent auf 7 Prozent, ein Rückgang um mehr als ein Drittel. Die Mortalität ging von 1,5 auf 0,8 Prozent zurück. Das ist eine relative Reduktion um 40 Prozent.

Die Ergebnisse der Studie sind eindeutig, und vier an der Studie beteiligte Länder – Großbritannien, Irland, Jordanien und die Philippinen – haben bereits angekündigt, die Liste verpflichtend einzuführen, wofür es auch wirtschaftliche Gründe gibt.

Gawande schätzt, dass das Gesundheitswesen in den USA jährlich 15 bis 25 Milliarden US-Dollar einsparen könnte, wenn Chirurgen sich wie Flugzeugpiloten verhalten und ihren Arbeitsbereich vor dem Start und während der Operation regelmäßig überprüfen. © rme/aerzteblatt.de

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