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Medizin

EMEA hält Ritalin mit Einschränkungen für sicher

Freitag, 23. Januar 2009

London – Die europäische Arzneibehörde EMEA sieht keinen Grund, die Verfügbarkeit von Methylphenidat-haltigen Medikamenten einzuschränken. Die neuen Fachinformationen werden jedoch einige Vorsichtsmaßnahmen einführen.

In den letzten Monaten sind immer wieder Zweifel an der Sicherheit von Methylphenidat aufgetreten, das seit den 1950er-Jahren unter verschiedenen Namen (heute als Ritalin®) im Handel ist, aber erst seit den 1990er-Jahren vermehrt eingesetzt wird zur Behandlung von Kindern (6 Jahre oder älter) und Jugendlichen mit der Aufmerksamkeitsdefizit-und Hyperaktivitätssyndrom (ADHS).

Die Bedenken betrafen mögliche negative Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System (Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz sowie Herzrhythmusstörungen), auf die Hirndurchblutung (Migräne, Schlaganfall und andere zerebrovaskuläre Ereignisse), die Psyche (Suizide, Psychosen) oder die Entwicklung der Kinder (Wachstum, geschlechtliche Reifung).

Das Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP) kommt nach einer Prüfung zu dem Ergebnis, dass die Vorteile des Medikamentes diese potenziellen Risiken mehr als aufwiegen, rät jedoch zu einer Reihe von Vorsichtsmaßnahmen.

Vor dem Beginn der Therapie sollten alle Patienten auf einen Anstieg von Herzfrequenz oder Blutdruck untersucht werden, auch die Familienanamnese zu kardiovaskulären Probleme sollte erhoben werden. Bei kardiovaskulären Risiken sollte die Therapie nicht ohne vorherige Konsultation eines Spezialisten erfolgen.

Auch während der Therapie müssen Blutdruck und Herzfrequenz künftig regelmäßig gemessen werden und Probleme sofort abgeklärt werden. Da es noch keine Kenntnisse zu den langfristigen Auswirkungen von Methylphenidat bei Kindern und Jugendlichen gibt, sollte die Therapie nur erfolgen, solange sie notwendig ist.

Das CHMP rät, das Medikament wenigstens einmal pro Jahr probeweise abzusetzen. Da Methylphenidat nach Einschätzung der CHMP einige psychiatrische Erkrankungen auslösen oder verschlimmern kann – dazu zählen Depressionen, Suizidgedanken, Feindseligkeit, Psychosen und Manien –, sollten alle Patienten vor und während der Therapie sorgfältig auf Symptome dieser Erkrankungen hin untersucht werden.

Schließlich sollten während der Therapie Körpergröße und Gewicht aller Patienten regelmäßig kontrolliert werden, um Entwicklungsstörungen rechtzeitig zu erkennen. © rme/aerzeblatt.de

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