Ausland

Europarat fordert den Ausbau der Pallativmedizin

Donnerstag, 29. Januar 2009

Brüssel/Paris – Die Parlamentarische Versammlung des Europarates hat gestern Abend einstimmig einen Beschluss zum Ausbau der Palliativmedizin in Europa gefasst. Autor der Entschließung ist der SPD-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Wodarg.

Die gegenwärtige medizinische Versorgung ginge trotz ihres hohen Anspruchs und immenser Kosten gerade in der letzten Lebensphase an den Grundbedürfnissen schwer oder chronisch Kranker sowie stark pflegebedürftiger Patienten vorbei.

Hier sei die Palliativmedizin eine sinnvolle „innovative Ergänzung“, weil sie nicht davon ausgehe, dass die Heilung von Krankheit Vorraussetzung für Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe ist, heißt es in dem Beschluss. Schmerzlindernde Therapien könnten für Menschen, die resigniert haben, eine Perspektive für ein Sterben in Würde bieten.

Die Parlamentarische Versammlung empfiehlt den Mitgliedstaaten, schlüssige und nachvollziehbare palliativmedizinische Konzept zu entwickeln und die internationale Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Organisationen, Institutionen, Forschungseinrichtungen und sonstigen Akteuren der Palliativmedizin zu fördern.

Das Thema Sterbehilfe wird in der Entschließung zwar ausgespart. Die Vertreterinnen und Vertreter der 47 im Europarat versammelten nationalen Parlamente fordern die Staaten aber auf, sich dem Thema zu stellen. Ein liberaler Rechtsstaat könne ethische Fragen, die das Leben und Sterben von Menschen betreffen, nicht unbeantwortet lassen kann, heißt es dazu in dem Beschluss. © ps/aerzteblatt.de

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